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Studie zeigt gestiegene Lebenszufriedenheit von Schülern

Heute, 12:22 · Lesedauer 3 min

Eine Studie im Rahmen der Mental Health Days 2025 an Schulen in Österreich hat im Jahresvergleich eine steigende Lebenszufriedenheit und rückläufige depressive Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen gezeigt. Die Ergebnisse seien positiv und die Veränderungen signifikant, berichteten die Studienautoren Paul Plener und Tobias Dienlin am Montag in Wien. Ein Trend lässt sich aber nicht ableiten. Zudem sank die tägliche Smartphone-Nutzung der Befragten im Schnitt um 31 Minuten.

Die Studie basiert auf den Angaben von 8.177 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrlingen mit einem Durchschnittsalter von 14 Jahren. Sie wurden im Zuge des Präventionsprojekts Mental Health Days an teilnehmenden Schulen in allen Bundesländern mit Ausnahme Niederösterreichs zu ihrem Wohlbefinden, der Mediennutzung und persönlichen Angaben befragt. Die Erhebung fand das dritte Jahr in Folge statt, von 2023 auf 2024 hatte sich die Lebenszufriedenheit der Kinder und Jugendlichen noch verschlechtert.

Die Studienteilnehmer verbrachten 2025 im Schnitt 190 Minuten pro Tag am Smartphone, im Jahr davor waren es noch 221 Minuten. Auch die Nutzung sozialer Netzwerke ging deutlich zurück, von 96 auf 80 Minuten täglich, erläuterte der Medienwissenschafter Dienlin, der aus Wien inzwischen an die Universität Zürich gewechselt ist. Dies sei wahrscheinlich auch auf das seit Mai 2025 österreichweit geltende Handyverbot in den ersten acht Schulstufen zurückzuführen.

Parallel dazu nahm der Anteil von Jugendlichen mit erhöhter depressiver Symptomatik ab. Während 2024 noch 15 Prozent der Befragten entsprechende Symptome berichteten, waren es im Vorjahr zwölf Prozent. Auch in anderen Ländern gebe es Tendenzen, die "ähnlich wie hier verhalten positiv sind", sagte Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der MedUni/AKH Wien. Es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass wir noch über einem Niveau sind, das vor der Covid-19-Pandemie liegt. Die international beobachtete Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen hatte zudem bereits 2015 begonnen.

Negativer Effekt von sozialen Netzwerken möglich

Plener hofft, dass der Trend aus der Mental-Health-Days-Studie von 2025 anhaltend ist. "Jetzt zu spekulieren, was die nächsten Jahre noch kommen wird, ist schwierig", betonte Plener aber auf Nachfrage. Exogene Einflüsse, die auf Jugendliche wirken, könnten "noch mal wirklich einen Effekt haben", sprach Dienlin beispielsweise ein mögliches Verbot von Smartphones auch in Oberstufen oder etwaige Altersbeschränkungen beim Zugang zu sozialen Netzwerken wie in Australien an.

Dienlin berichtete von potenziell negativen Effekten der Smartphone-Nutzung und durch soziale Netzwerke mit Ausnahme von reinen Messenger-Diensten und dem Lesen von Nachrichten-Seiten am Handy. Es gebe keinen Beweis für die Kausalität, aber eine höhere Nutzung von sozialen Netzwerkseiten ging in der Studie mit geringerer Lebenszufriedenheit einher. Die Ergebnisse zeigen auch soziale Unterschiede: Mädchen, divers-identifizierende Jugendliche und junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen berichteten über stärkere psychische Belastungen.

Keine repräsentativen Daten in Österreich

"Prävention scheint zu wirken", sagte Golli Marboe, Initiator der Mental Health Days, zu den Verbesserungen bei den Umfrageergebnissen. Er forderte handyfreie Oberstufen und Berufsschulen sowie mehr Verteilungsgerechtigkeit auch in Bezug auf die psychische Gesundheit. Rund 600 Schulen seien auf der Warteliste für eine Teilnahme an dem Projekt, bat er zudem um finanzielle Unterstützung.

Die begleitende Studie zur mentalen Gesundheit ist durch ihre Verquickung mit Präventionsarbeit und Interventionen in Schulen weltweit wohl einzigartig, berichtete Dienlin. Österreich leiste sich leider "keine öffentlich finanzierte Studie, die repräsentativ diese Fragen beantworten könnte", sagte Plener.

(S E R V I C E - www.mentalhealthdays.eu )

Zusammenfassung
  • Eine Studie im Rahmen der Mental Health Days 2025 zeigt, dass die Lebenszufriedenheit von 8.177 befragten Jugendlichen in Österreich gestiegen und die depressive Symptomatik von 15 auf 12 Prozent gesunken ist.
  • Die tägliche Smartphone-Nutzung sank im Vergleich zum Vorjahr um 31 Minuten auf durchschnittlich 190 Minuten, wobei auch die Nutzung sozialer Netzwerke von 96 auf 80 Minuten zurückging.
  • Mädchen, divers-identifizierende Jugendliche und junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen berichten weiterhin von stärkeren psychischen Belastungen, und rund 600 Schulen warten auf eine Teilnahme am Präventionsprojekt.