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Über 35.000 Morde und 82.000 Vermisste in Mexiko 2020

20. Jan 2021 · Lesedauer 1 min

Im von Gewalt gebeutelten Mexiko ist die Zahl der Morde zum ersten Mal seit fünf Jahren leicht gesunken. Im Jahr 2020 wurden 35.614 Mordopfer gezählt, wie aus einer offiziellen Statistik hervorgeht. Das waren 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr - der erste Rückgang seit 2015. Die Gesamtzahl erfasst 966 Femizide, also Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts - drei mehr als im Jahr 2019. Trotz des Rückgangs gab es im vergangenen Jahr in Mexiko erneut fast 100 Morde pro Tag.

In Deutschland waren es 2019 insgesamt 245. Mexiko erlebt immens viel Gewalt, seit Ende 2016 die damalige Regierung dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärte und der sogenannte Drogenkrieg ausbrach. Das Blutvergießen geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Gangs, die am Drogenschmuggel in das Nachbarland USA beteiligt sind, aber auch etwa durch Entführung und Erpressung Geld einnehmen. Oft haben sie Verbindungen zu Sicherheitskräften.

In dem nordamerikanischen Land mit knapp 130 Millionen Einwohnern werden nach Zahlen des Thinktanks Institute for Economics and Peace (IEP) nur drei Prozent der gemeldeten Straftaten aufgeklärt. Nicht in der Mordstatistik erfasst sind mehr als 82.000 Menschen, die als verschwunden gelten. Immer wieder werden Massengräber entdeckt.

Quelle: Agenturen