"Tut nicht weh" - Das sagen Kinder und Eltern über Corona-Impfung

14. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Am Montag ging im Austria Center Vienna in Wien die österreichweit erste Impfstraße für Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Betrieb. PULS 24 sprach mit Kindern und Eltern vor Ort.

Die verfügbaren Termine sind bereits alle vergeben, teilte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bei einem Medientermin am Vormittag mit. Mehr als 9.000 Anmeldungen waren möglich. Bald sollen jedoch weitere Termine dazukommen, wurde heute versprochen. Die entsprechenden Planungen sind bereits im Gange. Wien stellt im Austria Center die Infrastruktur für die Kinderimpfung bereit.

Injiziert wird den Kindern eine verringerte Menge des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer. Über die genaue Dosis entscheidet der Arzt an Ort und Stelle. Sie ist abhängig von der körperlichen Beschaffenheit und dem Körpergewicht des jungen Impflings.

Kinder: Impfstich "tut nicht weh"

Gegenüber PULS 24 Reporterin Bettina Häberlin schildern Eltern ihre Beweggründe, ihre Kinder "off-label" impfen zu lassen. Viele sorgen sich um den Schutz ihrer Kinder und wollen deshalb nicht länger warten. "Wir sind alle geschützt bis zu einem gewissen Grad, aber unsere Kinder überhaupt nicht", sagt eine Mutter.

Die jungen Impflinge selbst fanden die Impfung durch die Bank nicht  schlimm, der Impfstich "hat nicht weh getan", wie sie PULS 24 sagten. Ein Bub sagte: "Es hat nicht sehr wehgetan, aber es war schon ein bisschen komisch." Ein wenig nervös waren die meisten der befragten Kinder. "Ich war ein bisschen nervös, aber ich habe mich auch gefreut", sagt ein Mädchen. Entschieden habe es "die Mama", aber sie sei auch froh darüber, geimpft zu sein.

Kind erzählt: Schulfreund seit zwei Wochen im Spital

Von Corona-Fällen in ihren Schulen konnten die meisten berichten. Ein kleines Mädchen erzählt PULS 24 Reporterin Bettina Häberlin von einem Klassenkameraden: "Er hat Corona und liegt jetzt zwei Wochen im Krankenhaus, weil er Symptome hat."

Ein weiteres Mädchen erzählt, dass in ihrer Klasse zwar noch niemand infiziert war, sehr wohl aber in anderen Klassen ihrer Schule. Ein Bub erzählt, dass sein Freund Corona hatte.

Hacker: Impfmöglichkeit für alle, nicht nur "Tuscheltuschel"

Eine ausdrückliche Empfehlung für die Corona-Impfung für Unter-12-Jährige gibt es vorerst noch nicht, da die Immunisierung von Personen unter zwölf Jahren noch nicht zugelassen ist. Mit einer Zulassung durch die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sei jedoch bald zu rechnen, wurde heute betont.

Laut Stadt wurde bereits an die 1.000 Kinder "off label" von Kinderärzten geimpft. "Das hat funktioniert auf der Ebene Tuscheltuschel", berichtete Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). "Das kann es aber nicht sein." Darum habe man sich entschlossen, die Möglichkeit zu schaffen, dass Kinderärzte auch in einer der Impfstraßen der Stadt aktiv werden können. "Das hat in ganz Europa die Runde gemacht", verwies er auf das beachtliche Medienecho nach Ankündigung der Aktion.

Hacker zur Kinder-Impfung: "Die Eltern wollen es, dann ist es mein Job, es umzusetzen"

Eigener Bereich im Austria Center

Eingerichtet wurde die Kinderimpfstelle in einem eigenen Bereich im Austria Center - das auch die größte reguläre Corona-Impfstraße des Landes beherbergt. Geöffnet ist in der Zeit zwischen 7.00 und 10.00 Uhr sowie von 15.00 bis 19.45 Uhr an sieben Tage in der Woche. Am Montagvormittag waren dort schon zahlreiche Eltern mit ihrem Nachwuchs anzutreffen.

Das Szenario unterscheidet sich kaum von jenem im Rest des Gebäudes. Nach dem ausführlicheren Abklärungsgespräch mit Medizinern geht es direkt zu den einzelnen Boxen, in denen der Stich verabreicht wird. Deren Design ist ein wenig bunter als im Bereich für ältere Besucher: Sie wurden mit Comicfiguren wie der Ninjaturtle verziert.

"Wir befinden uns in der schwierigsten Phase der Pandemie", warnte auch Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Er appellierte einmal mehr an noch nicht geimpfte Personen, sich immunisieren zu lassen bzw. an Geimpfte, sich den dritten Stich zu holen. Die - in den vergangenen Monaten - meist strengeren Maßnahmen in der Bundeshauptstadt lobte er. "Wien könnte auch Vorbild für andere Bundesländer sein", hielt er fest.

Quelle: Agenturen