Tourengeher in Tirol bei Lawinenabgang verletzt
Der in den Ötztaler Alpen verschüttete Deutsche zog sich bisherigen Informationen zufolge eine Schulterverletzung zu, sagte eine Polizeisprecherin zur APA. Er wurde nach der Bergung und Erstversorgung durch die Crew eines Notarzthubschraubers in die Medalp-Sportsclinic nach Imst geflogen. Sein 28-jähriger Kamerad blieb unverletzt.
Die beiden waren Freitagfrüh zu einer Skitour von Vent, im Gemeindegebiet von Sölden, in Richtung Breslauer Hütte aufgebrochen. Die zwei Kameraden wollten weiter über das Mitterkar auf die Wildspitze zu steigen. Gegen 13.30 Uhr erreichte das Duo den Einstieg zum Mitterkarjoch auf einer Höhe von 3.350 Metern. Dort wechselten beide auf Steigeisen und befestigten ihre Tourenskier an den Rucksäcken. Anschließend gingen beide zu Fuß in Richtung Mitterkarjoch weiter. Der 26-Jährige stieg als erster in die über 40 Grad steile Rinne ein. Der 28-Jährige blieb währenddessen in einem sicheren Bereich hinter einem Felsvorsprung und beobachtete seinen Kameraden beim Aufstieg.
Kurz nach dem Einstieg in die Rinne, in der Triebschneeablagerungen vorhanden waren, löste sich laut Exekutive etwa zehn Meter oberhalb des 26-Jährigen eine 20 Meter breite und 150 Meter lange Schneebrettlawine und riss ihn in Richtung Mitterkarferner talwärts. Der Deutsche wurde bis zum Rumpf teilverschüttet und letztlich befreit.
47-Jähriger im freien Skiraum komplett verschüttet
Glück im Unglück hatte indes Freitagmittag ein 47-jähriger dänischer Skifahrer in Serfaus (Bezirk Landeck). Er befuhr gemeinsam mit vier Freunden den freien Skiraum von einer schwarzen Piste. Der Mann fuhr als erster in den nordöstlichen Hang ein, zog drei Schwünge, und löste dabei oberhalb von ihm eine mittelgroße Lawine aus. Er wurde von den Schneemassen erfasst und löste zeitgleich seinen Lawinenairbag aus, informierte die Polizei. Der Däne wurde 150 Meter mitgerissen und dabei beinahe vollständig verschüttet, lediglich eine Hand ragte aus den Schneemassen. Der 47-Jährige wurde von seinen Begleitern nach wenigen Minuten geborgen und blieb nach bisherigen Informationen unverletzt.
Erhebliche Lawinengefahr
Zudem hatte es am Freitag im Bundesland drei weitere Male Lawinenalarm gegeben. Bei den Lawinenabgängen in Ischgl, Pfunds und im Bereich Muttekopf bei Imst wurde aber niemand verschüttet. In den südlichen Regionen Nordtirols herrschte am Freitag in höheren Lagen Lawinenwarnstufe 3 der fünfteiligen Skala, also erhebliche Gefahr. Bei dieser Gefahrenstufe passieren erfahrungsgemäß die meisten Lawinenunfälle.
Zusammenfassung
- In Serfaus wurde ein 47-jähriger dänischer Skifahrer beim Befahren des freien Skiraums komplett verschüttet, konnte dank seines Lawinenairbags und der schnellen Hilfe seiner Freunde aber unverletzt geborgen werden.
- Am selben Tag wurden in Tirol zudem drei weitere Lawinenabgänge (Ischgl, Pfunds, Muttekopf) gemeldet, wobei niemand verschüttet wurde, und in höheren Lagen herrschte Lawinenwarnstufe 3 (erhebliche Gefahr).
