APA - Austria Presse Agentur

Tote und Verletzte nach Explosion von Autobombe in Kabul

03. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einer Explosion in der Nähe des Hauses des Verteidigungsministers mehrere Menschen verletzt worden.

Mindestens vier Personen seien tot und weitere elf mit Verletzungen zur Behandlung gebracht worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Emergency, die ein Krankenhaus im Zentrum Kabuls betreibt, am Dienstag auf Twitter mit.

Der Politiker Junus Kanuni sagte in einer über Whatsapp geteilten Sprachnachricht, die Explosion habe sich bei einem Gästehaus des amtierenden Verteidigungsministers Bismillah Khan Mohammadi ereignet. Der Minister selbst sei zur Zeit der Explosion mit ihm bei einer Trauerfeier gewesen. Nach Angaben eines Gehilfen des Ministers ist dessen Familie in Sicherheit gebracht worden.

Von einem Sprecher des Innenministeriums hieß es, eine Autobombe sei im Stadtteil Sherpur im Zentrum der Stadt gezündet worden. Dort leben viele hochrangige Politiker. Im Anschluss seien mehrere Terroristen in Wohnhäuser vorgedrungen und hätten sich Feuergefechte mit Sicherheitskräften geliefert, sagte der Sprecher weiter. Spezialkräfte der Polizei führten Operationen vor Ort durch. Bisher seien zwei Terroristen getötet und 30 gefangen genommene Zivilisten gerettet worden. Es gab keine Angaben dazu, um wessen Wohnhäuser es sich handelte.

Bislang keine Bekenner

Nach der ersten massiven Explosion waren in der Folge noch mehrere kleinere Explosionen im Zentrum zu hören und immer wieder Gewehrfeuer. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte ein Video des Ministers Mohammadi, in dem dieser sagte, es gehe ihm und seiner Familie gut. Allerdings seien drei seiner Leibwächter verletzt.

Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. In der Vergangenheit reklamierten die militant-islamistischen Taliban sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge in Kabul.

In der Hauptstadt Kabul war die Zahl der großen Anschläge mit Autobomben und Selbstmordattentätern seit Anfang 2020 zurückgegangen. Zuletzt waren im Mai bei drei kurz aufeinanderfolgenden Explosionen im Westen der Stadt mindestens 85 Menschen, der Großteil von ihnen Schulmädchen, getötet worden. Allerdings gibt es praktisch täglich gezielte Tötungen von Regierungsmitarbeitern, Geistlichen oder Sicherheitskräften.

Nur eine Stunde nach dem Beginn des Angriffs riefen Tausende Menschen in Kabul "Gott ist groß" von den Dächern der Stadt und strömten mit Fahnen auf die Straßen. Zu der Aktion war aufgerufen worden, um die Sicherheitskräfte des Landes im Kampf gegen die Taliban zu unterstützen. Diese hatten zuletzt massive Gebietsgewinne in ländlichen Gebieten verzeichnet und bedrohen nun auch mehrere Provinzhauptstädte.

Quelle: Agenturen / koa