Tote Schwangere (17) in Graz erlitt "massive Gewalteinwirkung"

21. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Nach dem Auffinden einer 17-jährigen Schwangere in Graz liegt nun das Obduktionsergebnis vor. Die Jugendliche starb an Stichen in den Hals und Nacken.

Die junge Frau wurde tot in einer Wohnung im Grazer Bezirk Geidorf gefunden. Dort hat die Polizei auch mehrere Gegenstände sichergestellt, die als Tatwaffen in Frage kommen - darunter auch eine Schere, die am Wickeltisch gelegen war.

Die Landespolizeidirektion Steiermark hat Donnerstagfrüh das Obduktionsergebnis bekannt gegeben: Die Jugendliche wies zahlreiche Stichverletzungen im Hals- und Nackenbereich auf und laut Gerichtsmedizin wurden auch Kompressionsspuren gefunden - sie dürfte also auch gewürgt worden sein. Es habe sich um "massive Gewalteinwirkung" gehandelt, an der sie in der Nacht von Montag auf Dienstag verstorben ist.

U-Haft für Verdächtigen wahrscheinlich

Der 19-jährige Verdächtige wird nun mit den neuen Erkenntnissen konfrontiert und voraussichtlich am Donnerstag in die Justizanstalt Graz-Jakomini gebracht. Dort dürfte er in Untersuchungshaft genommen werden.

Er bestreitet, mit dem Tod der jungen Frau - sie war in der 18. Schwangerschaftswoche - etwas zu tun zu haben. Der Mann gab bei seiner Festnahme an, der Vater des ungeborenen Kindes zu sein. Er gab zu, in der Wohnung gewesen zu sein und dass es auch einen Streit gab. Als er die Wohnung verlassen hat, habe sie noch gelebt, beteuerte er.

Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion Steiermark erklärt im PULS 24 Interview, dass an der Frau Verletzungen gefunden wurden, die sie sich selbst nicht zufügen hätte können. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen Mordverdachts übernommen, Zeugen werden einvernommen. 

Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion Graz über den Mordfall

Gegen 19.00 Uhr war bei der Polizei eine Anzeige eingegangen, dass die junge Österreicherin nicht bei der Arbeit erschienen und auch sonst nicht mehr erreichbar war. Als man bei ihr in der Wohnung nachschaute, fand man sie leblos am Bett liegend.

Verdächtiger ist Vater des Kindes

Die ersten Nachforschungen ergaben, dass der 19-jährige Bekannte und mutmaßliche Vater des ungeborenen Kindes mit der Tat im Zusammenhang stehen könnte. Der Österreicher wurde von der Polizei in seiner Wohnung zur Rede gestellt. Er gab zu, dass er Montagabend bei der 17-Jährigen in der Wohnung war und dass es dort zu einem Streit mit ihr gekommen war. Er bestreitet laut Grundnig allerdings jeden Zusammenhang mit dem Tod der Schwangeren.

Der Verdächtige wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft festgenommen. Eine Spurensicherung in der Wohnung der Frau wurde durchgeführt. 

Seitens der Stadt Graz hieß es, dass die junge Frau bis Juli 2018 in Graz gemeldet, aber bis dahin keine begleitende Betreuung beim Jugendamt vorgemerkt war. Ihre Familie habe allerdings über einen längeren Zeitraum einen Kostenzuschuss für präventive Therapien bezogen. Zuletzt hatte die 17-Jährige ihren Wohnsitz in Graz-Umgebung gemeldet. Nach ihrem Umzug nach Graz vor vier bis fünf Wochen hatte sie offenbar ihren Hauptwohnsitz noch nicht umgemeldet.

Kein Betretungsverbot

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verwies in einer Pressekonferenz auf die laufenden Ermittlungen. Was man derzeit schon sagen könne ist, dass sich die Tat "spontan entwickelt" habe. Es habe jedenfalls kein Betretungsverbot oder Ähnliches im privaten Umfeld des Opfers gegeben.

Am Dienstag und Mittwoch kam es in Österreich zu weiteren Gewalttaten gegen Frauen. In Oberösterreich ist ein Mann flüchtig nachdem er vor den Augen der Tochter auf seine Ehefrau eingestochen haben soll. In Wien-Favoriten rief ein Mann selbst die Polizei nachdem er seine Partnerin mit einem Messer verletzte.

Mehr Infos: 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam