Totalsperre auf A4: 76 Festnahmen bei Ostautobahn-Blockade nahe Schwechat

30. März 2021 · Lesedauer 2 min

Eine Gruppe von Aktivisten hat am Dienstag die A4 Ostautobahn blockiert, um Abschiebungen am Wiener Flughafen zu unterbinden. 76 Demonstranten wurden festgenommen.

Am Dienstagvormittag ging auf der A4 Ostautobahn an der Wiener Stadtgrenze nichts mehr. Rund 50 Aktivisten hatten beim Knoten Schwechat eine Blockade eingerichtet, der Verkehr stand still. Es kam zu kilometerlangen Staus, am späten Vormittag wurde die Sperre der A4 aufgehoben. Laut der Polizei kam es zu 76 kurzfristige Festnahmen und dutzenden Anzeigen, ein Beamter sei verletzt worden. 

Die Versammlung richtete sich laut Exekutive gegen die Abschiebung von rund 50 Personen aus mehreren europäischen Staaten in einer Chartermaschine. 

Die frühere Wiener Vizebürgermeisterin Brigit Hebein (Grüne) war als "Beobachterin und Vermittlerin" vor Ort, wie sie gegenüber PULS 24 sagte. Ihre Teilnahme begründete sie damit, dass Abschiebungen nach Afghanistan "lebensgefährlich" seien. Deshalb und weil die Informationen waren, dass circa 45 Menschen abgeschoben werden sollen, hätten sich die Protestierenden auf der A4 eingefunden. 

Die ehemalige grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein spricht mit PULS 24 Interview darüber, wieso sie bei der Blockade auf der A4 zwischen Aktivisten und Polizei vermittelt.

Der Verkehr staute sich bis zurück zur Ausfahrt Simmeringer Heide. Richtung Wien bildete sich aufgrund der A4-Sperre am Vormittag ein sieben Kilometer langer Stau, auf der Gegenfahrbahn waren es drei Kilometer, sagte Asfinag-Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla. Die Polizei löste die Blockade schlussendlich am späten Vormittag auf.

Die B9 blieb u.a. aufgrund von Sitzblockaden der Aktivisten bis am Nachmittag gesperrt. Während die Kundgebung nahe dem Flughafen von der Polizei aufgelöst wurde, weigerten sich Demonstranten nahe dem Steinriegelweg laut Exekutive, die Blockade zu beenden. "Sie werden einzeln von der Fahrbahn weggetragen", sagte Baumschlager. Bei den Aktivisten wurden Identitätsfeststellungen durchgeführt. Die Versammlung wurde am Nachmittag aufgelöst. Die Demonstranten werden wegen Nichteinhaltung des Abstandes nach dem Covid-Maßnahmengesetz sowie nach dem Versammlungsgesetz und der Straßenverkehrsordnung angezeigt, sagte der Sprecher. Ein Polizist verletzte sich, als er einen Aktivisten verfolgte, und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Die Versammlung richtete sich laut Exekutive gegen die Abschiebung von 15 erwachsenen Afghanen, von denen zwölf in Österreich rechtskräftig verurteilt worden seien - u.a. wegen schwerer Körperverletzung, schweren Raubes, sexueller Belästigung, gefährlicher Drohung und Suchtmitteldelikte.

FPÖ Wien fordert Konsequenzen

Der Klubobmann der FPÖ Wien, Maximilian Krauss, zeigte sich in einer Aussendung verärgert über die Demonstration und forderte: "Linksextremisten, die sich schützend vor derartige Kriminelle stellen, dabei auch noch rechtsstaatliche Prinzipien mit Füßen treten und Mega-Staus im Frühverkehr verursachen, gehören mit aller Härte zur Rechenschaft gezogen."
 

Der Artikel wurde am 30.03.2021 um 12:20 Uhr , 14:17 Uhr und 18:05 Uhr aktualisiert.

Quelle: Redaktion / hos