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Tod im Salzburger Zoo: Noch viele Unklarheiten bei Nashorn-Vorfall

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Nachdem tödlichen Nashorn-Unfall im Hellbrunner Zoo in Salzburg, bei dem eine 33-jährige Pflegerin getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde, laufen die Ermittlungen. Es gibt neue Details, aber viele Unklarheiten bleiben.

Eine 33-jährige Tierpflegerin im Salzburger Zoo Hellbrunn ist bei einem Unfall mit einem Nashorn Dienstagfrüh tödlich verletzt worden. Über den genauen Unfallhergang herrscht  noch Unklarheit. PULS 24 Reporterin Alexandra Nindl war vor Ort.

Der Unfall ist in den frühen Morgenstunden, bei einem Routinevorgang passiert. Die Pflegerin hatte versucht, das Tier mit einem Insektenschutzmittel einzureiben. Das Nashorn sei aus bisher unerklärlichen Gründen aggressiv geworden und offenbar auf die Tierpflegerin losgegangen. Laut Zoo-Pressesprecherin sei das Nashorn grundsätzlich ein sehr "sanftmütiges Tier", das vorher nie auffällig gewesen sei. Es galt sogar als das "kooperativste" Nashhorn des Zoos.

PULS 24 Reporterin Alexandra Nindl berichtet live aus Salzburg.

Mittlerweile wurde auch bekannt, dass es sich bei dem zweiten verletzten Tierpfleger um den Ehemann der Getöteten handeltweiß Nindl. Er schwebe nicht in Lebensgefahr, wird aber im Klinikum in Salzburg operiert. Es soll durch das Nashorn eine Beinfraktur erlitten haben.

Bei Sicherheitsüberprüfung hätte im Vorjahr "alles gepasst"

Unklarheit herrscht weiterhin darüber, wie der tödliche Vorfall abgelaufen ist und ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend waren. Arbeitsinspektorat und Polizei führen derzeit Ermittlungen durch. Am Mittwoch soll es diesbezüglich eine weitere Pressekonferenz geben - PULS 24 wird diese live übertragen.

Im vergangenen Jahr wurde der Zoo Hellbrunn dahin überprüft, ob die EU-Sicherheitsnorm für Zoos eingehalten wird. Zu diesem Zeitpunkt habe offenbar im Zoo "alles gepasst", berichtet Nindl.

Eigentlich Poller zwischen Mitarbeitern und Tier

Zwischen Tier und Pflege gebe es grundsätzlich keinen Kontakt. Beim Gehege sind Poller mit 30 Zentimeter Abstand aufgestellt. Gegenüber PULS 24 wurde gesagt, dass es ein "Ding der Unmöglichkeit ist, dass das Nashorn dort durchkommt". Man könne nur mit einem Arm durch die Poller greifen.

Der Direktor des Tiergartens Schönbrunn hat im vergangenen Jahr die Anschaffung von Pumpguns beantragt, was für mediales Aufsehen sorgte. Auch im Zoo Hellbrunn seien verschiedene Waffen für Notfälle vorhanden, hieß es bei der Pressekonferenz am Dienstag. In einer Situation wie Dienstagfrüh wären die Waffen aber nutzlos, da man nie so schnell reagieren könne, sagte eine Sprecherin des Zoos.

Nashorn wird wohl nicht eingeschläfert

Für das Nashorn "Jeti" soll es zum jetzigen Stand keine Konsequenzen geben. Es sei geschützt und vom Aussterben bedroht. Die Mitarbeitenden des Zoos Hellbrunn können sich "beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses Nashorn eingeschläfert wird".

Jedoch seien die Diskussionen über eine mögliche Einschläferung laut der Pressesprecherin des Zoos noch nicht komplett abgeschlossen.

Zoo bleibt geschlossen

Auch am Mittwoch bleibt der Zoo weiterhin geschlossen. "Der Schock sitzt bei den Mitarbeiter:innen tief", berichtet Nindl. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes sei vor Ort, um sich um die Mitarbeiter:innen zu kümmern.

Rotkreuz-Betreuer Ingo Vogl über den Zoo-Vorfall

ribbon Zusammenfassung
  • Nachdem tödlichen Nashorn-Unfall im Hellbrunner Zoo in Salzburg, bei dem eine 33-jährige Pflegerin getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde, laufen die Ermittlungen.
  • Es gibt neue Details, aber viele Unklarheiten bleiben.
  • Unklarheit herrscht weiterhin darüber, wie der tödliche Vorfall abgelaufen ist und ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend waren.
  • Voriges Jahr wurde der Zoo Hellbrunn auf die EU-Sicherheitsnorm überprüft. Damals habe offenbar im Zoo "alles gepasst", berichtet PULS 24 Reporterin Alexandra Nindl.
  • Auch am Mittwoch bleibt der Zoo weiterhin geschlossen. Dann sol les auch eine weitere Pressekonferenz geben - PULS 24 überträgt LIVE.

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