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Tirol: "Gletscher-Ehe" endgültig vom Tisch

17. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Der als "Gletscher-Ehe" titulierte Zusammenschluss der Pitztaler und Ötztaler Gletscherskigebiete ist am Sonntag endgültig abgesagt worden.

Nachdem sich die Bürger in St. Leonhard im Pitztal in einer Volksbefragung mit knapper Mehrheit gegen das Projekt aussprachen, trat die Pitztaler Gletscherbahn vom Vorhaben zurück: "Für uns steht fest, dass wir das seit 2016 geplante und mittlerweile stillgelegte Projekt Zusammenschluss Pitztal-Ötztal nicht mehr weiterverfolgen werden."

Seit Jahren großer Widerstand

Die "Gletscher-Ehe" war seit Jahren mit heftigem Gegenwind konfrontiert. Eine Allianz bestehend aus WWF, Alpenverein und Naturfreunde wehrte sich vehement gegen die Fusion. Erst Ende April war eine Petition einer Bürgerinitiative mit rund 168.000 Unterschriften an die Tiroler Landesregierung übergeben worden.

Bei einem Investitionsvolumen von 130 Mio. Euro waren drei neue Seilbahnen und 60 Hektar zusätzliche Pisten vorgesehen. Allerdings war die ursprünglich für Jänner 2020 angesetzte mündliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) auf Ersuchen der Projektbetreiber bereits zwei Mal vertagt worden. Wäre das Verfahren fortgesetzt worden, hätten die Unterlagen erneuert werden müssen.

Auf die Frage "Soll der Skigebiet Zusammenschluss Pitztal-Ötztal gebaut werden?" antworteten am Sonntag 353 Stimmberechtigte mit Nein, 348 waren dafür (Wahlbeteiligung: 59 Prozent). Zwar gab sich der St. Leonharder Bürgermeister Elmar Haid gegenüber der Online-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" kämpferisch und verwies auf einen gültigen Gemeinderatsbeschluss für das Projekt. Die Pitztaler Gletscherbahn aber hat das Interesse an der Fortführung des Projekts verloren.

"Die Zustimmung der Standortgemeinde war für uns von Anfang an die Grundvoraussetzung dafür, einen Zusammenschluss mit dem Ötztaler Gletscher bzw. mit dem Skigebiet Sölden anzudenken und zu planen", hieß es seitens der Bahn. Das Ergebnis der Volksbefragung werde selbstverständlich zur Kenntnis genommen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp