Suchtgefahr: Prozessstart gegen Meta und Google
Die Apps hätten bei ihr bereits in jungen Jahren zu Depressionen und Suizidgedanken geführt, heißt es in der Klageschrift. Die Anwälte der Frau wollen nachweisen, dass die Konzerne fahrlässig handelten, vor Risiken nicht warnten und die Konzeption der Apps ein wesentlicher Faktor für das Leiden der Klägerin war.
Der Fall gilt als erster großer Test für die Verteidigungsstrategie der Branche vor Gericht. Ein Urteil gegen die Firmen könnte Tausenden ähnlichen Klagen den Weg ebnen. Bisher berufen sich Internetkonzerne in den USA meist erfolgreich auf Gesetze, die sie von der Haftung für Inhalte Dritter freistellen. In diesem Verfahren steht jedoch das eigene Produktdesign im Fokus. Meta-Chef Mark Zuckerberg wird im Laufe des womöglich bis März gehenden Verfahrens als Zeuge erwartet. Die ebenfalls ursprünglich verklagten Betreiber von TikTok und Snapchat hatten sich im Vorfeld mit der Klägerin auf einen Vergleich geeinigt.
Der Prozess ist Teil einer juristischen Offensive gegen soziale Medien in den USA. Auf Bundesebene sind mehr als 2.300 ähnliche Klagen von Eltern, Schulbezirken und Staatsanwälten anhängig. Parallel beginnt am Montag im Bundesstaat New Mexico ein weiteres Verfahren gegen Meta, in dem es um den Vorwurf der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf dessen Plattformen geht. Auch international wächst der Druck auf die Branche: Länder wie Australien und Spanien haben den Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren bereits untersagt, andere Staaten prüfen ähnliche Verbote.
Zusammenfassung
- In Kalifornien hat der Prozess gegen Meta und Google begonnen, bei dem eine 20-jährige Klägerin den Konzernen vorwirft, durch suchtfördernde Plattformen wie Instagram und YouTube psychisch erkrankt zu sein.
- Der Fall gilt als Präzedenzfall, da er das Produktdesign der Apps in den Fokus rückt und ein Urteil Tausenden ähnlichen Klagen – derzeit sind mehr als 2.300 in den USA anhängig – den Weg ebnen könnte.
- International wächst der Druck auf soziale Medien, da unter anderem Australien und Spanien den Zugang für Jugendliche unter 16 Jahren bereits verboten haben.
