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Stromausfall und hunderte Feuerwehreinsätze in Wien und NÖ

18. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Feuerwehren in Wien und Niederösterreich waren am Montag bis an ihre Leistungsgrenze gefordert. In Wien waren zwischenzeitlich 300 Haushalte ohne Strom, Windspitze von bis zu 100 km/h ließen Bäume umstürzen, deckten Häuser ab, Personen waren in einem Haus in Mödling eingeschlossen. In Wien schleuderte der Wind unter anderem ein Mobilklo in den Donaukanal.

Über 100 Mal musste die Feuerwehr in Wien, 240 Mal in Niederösterreich ausrücken. In Niederösterreich waren vor allem die südlichen Bezirke betroffen. 

Insgesamt standen 190 Feuerwehren mit 2.200 Mitgliedern in Niederösterreich im Einsatz, sagte Franz Resperger vom Landeskommando am Dienstag. Gegen Mitternacht beruhigte sich die Wetterlage. Alarmiert wurden die Helfer u.a. wegen umgestürzter Bäume und umgekippter Lkw-Anhänger. In Mödling wurde ein Einfamilienhaus durch einen abgestürzten Rauchfang beschädigt.

Rauchfang krachte ins Haus: Personen eingeschlossen

Der Sturm hatte laut der Freiwilligen Feuerwehr in Mödling einen Schornstein aus der Verankerung gerissen, Teile waren beim Eintreffen der Feuerwehr am Abend bereits abgestürzt. Eine weitere Böe erfasste jene Teile des Rauchfangs, die sich noch auf dem Haus befanden. Der Schornstein stürzte um, durchbrach das Dach und ein Glasfenster im Dachboden und beschädigte die darunter liegende Stiege schwer. Die Personen, die sich im ersten Stock aufhielten - darunter ein Kind, konnten das Gebäude nicht mehr selbstständig verlassen.

Die Feuerwehr sicherte weitere absturzgefährdete Teile an Dach und Dachboden und stütze die Stiege ab, um die Einwohner zu befreien. In Folge wurde das Dach mit Planen zugedeckt, um einen Wassereintritt zu verhindern. 

Baum drohte auf Haus zu fallen

Wie in anderen Teilen des Bundeslandes mussten auch in Mödling u.a. lose Plakatwände gesichert werden. Zudem musste an der Königswiese ein rund 15 Meter hoher Nadelbaum, der auf eine Gartenhütte und ein Haus zu stürzen drohte, mithilfe des Hubrettungsgeräts abgetragen werden. Auch hier war die Feuerwehr mehr als zweieinhalb Stunden im Einsatz.

Plane in Hochspannungsleitung: Waldbrand

Insgesamt seien die entstandenen Schäden in Niederösterreich "relativ gering", zog Feuerwehrsprecher Franz Resperger Bilanz. Im Einsatz standen die Helfer auch wegen umgestürzter Bäume, die Straßen blockierten oder in Stromleitungen hingen. Weiters kippten Lkw-Anhänger um, etwa auf der B 17. In Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) war eine Plane in eine Hochspannungsleitung geweht worden, hatte dadurch Feuer gefangen und in der Folge einen kleinen Waldbrand ausgelöst. Die Flammen konnten rasch gelöscht werden.

Hunderte Feuerwehreinsätze nach Sturm

Taucher bargen Mobilklo aus Donaukanal

Auch in Wien kam es zu über 100 Einsätzen. Feuerwehrtaucher absolvierten beim Schwedenplatz einen nicht alltäglichen Einsatz und bargen mittels Seilwinde ein Mobilklo, das vom Wind in den Donaukanal geweht worden war. Die Toilette wurde anschließend am Treppelweg gesichert. Abends löste sich auf der S2 ein Überkopfwegweiser, der von der Feuerwehr gesichert werden musste.

Vor allem ab Mittag langte ein Notruf nach dem anderen in der Einsatzzentrale ein, weshalb die Wiener Profis auf die Unterstützung der Kollegen des Wiener Landesfeuerwehrkommandos zurückgriffen. Die Einsätze waren über ganz Wien verteilt, mit einem Schwerpunkt südlich der Donau. Im 23. Bezirk machte sich die PV-Anlage selbstständig und richtete größeren Schaden an.

Stromausfall: 300 Haushalte blieben dunkel

Um 16.04 Uhr fiel in Teilen der Innenstadt und des Alsergrundes die Stromversorgung aus, wovon etwa 300 Haushalte betroffen waren, bestätigte Christian Call, Pressesprecher der Wiener Netze, einen Online-Bericht von "Heute". Die Einsatzteams waren unterwegs, um bei den Gebäuden, die in Wien alle von zumindest zwei Seiten versorgt werden, wieder anzuschließen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam