APA - Austria Presse Agentur

Stoppt Österreich doch AstraZeneca-Impfungen?

16. März 2021 · Lesedauer 2 min

Laut PULS 24 Informationen ist ein Stopp der AstraZeneca-Verimpfung doch nicht vom Tisch.

Zwar hieß es am Montagabend vom nationalen Impfgremium noch, dass sie weiterhin empfehlen AstraZeneca weiter zu verimpfen, doch ganz vom Tisch dürfte ein Stopp doch nicht sein. Ganz im Gegenteil: Mehrere Insider bestätigten unisono gegenüber PULS 24, dass auch hierzulande die Impfung wohl ausgesetzt werden wird.

Lage in Europa

Mittlerweile wird in weiten Teilen Europas nicht mehr mit AstraZeneca geimpft. Die Niederlande, Irland, Dänemark, Norwegen und Island hatten bereits den Einsatz des Corona-Impfstoffs ausgesetzt, bevor Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Slowenien und Zypern am Montag folgten. Schweden, Luxemburg und Lettland schlossen sich am Dienstag an. Mehr dazu hier.

Welche Länder Verimpfung stoppen

Deutschland

Die deutsche Regierung rechtfertigte indes ihre Entscheidung, die Impfungen auf Eis zu legen. Man habe nach der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nicht anders handeln können. Offen blieb, ob damit die deutsche Impfstrategie ins Wanken gerät. Der für Mittwochabend geplante Impfgipfel von Bund und Ländern wurde wegen der Entscheidung abgesagt. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen hatte die deutsche Bundesregierung schon aus juristischen Gründen keine Alternative. Nach der PEI-Entscheidung am Montag hätten ansonsten Körperverletzungs-Klagen gedroht, da es sich um eine staatliche Impfkampagne handle.

Nachdem bereits fünf europäische Länder die Impfungen ausgesetzt hatten, registrierte das PEI am Montag insgesamt sieben Fälle einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen unter mehr als 1,6 Millionen Impfungen. Der Anteil der Fälle sei höher als in der Allgemeinbevölkerung, "sodass hier nicht auszuschließen ist, dass wirklich die Ursache in der Impfung liegt", sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek dem "ZDF heute journal".

Was die Österreicher zu AstraZeneca sagen

EMA "überzeugt" von AstraZeneca-Nutzen

EMA-Direktorin Emer Cooke präsentierte am Dienstag zwar keine Zwischenergebnisse der Untersuchung, wie vorab angekündigt, sieht aber nach momentanem Zwischenstand keine Gefahr, die von AstraZeneca ausgeht. Die EMA will am Impfstoff festhalten. Cooke hielt fest, dass noch genau untersucht werden würde, ob die Thrombosefälle wirklich einen direkten Zusammenhang mit dem Vakzin haben. Das Gremium soll bis Donnerstag alle Daten der EU-Länder ausgewertet haben und die Ergebnisse voraussichtlich am Nachmittag präsentieren. Bei Patienten, die bereits eine Vorbelastung haben, könnte es sein, das der Impfstoff nicht mehr verabreicht wird. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe