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Steiermark: Radioaktiver Abfall jahrelang in Garage gelagert

10. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Geschäftsführer (56) einer insolventen Firma für pharmazeutische Produkte hat Fässer mit schwach radioaktivem Inhalt in einer Garage in einem Gewerbegebiet in Seiersberg bei Graz gelagert.

Eine Gefahr für Mensch und Umwelt soll nicht bestanden haben, wie Messungen ergaben. Im Zuge der Insolvenz sollte die Garage von einer Entsorgungsfirma geräumt werden, dabei stießen die Mitarbeiter auf die Fässer und verständigten die Behörden, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Der 56-Jährige soll zwischen September 2015 und Oktober 2021 radioaktiven Abfall (Radionuklid Cobalt 60, ein Isotop mit einer geringen Halbwertszeit, Anm.) in einer Garage eines Gewerbegebietes gelagert haben. Dabei dürfte es sich um keine großen Mengen gehandelt haben. Die Abfälle stammten aus Ablagerung an einem Zyklotron, wie ein Polizist zur APA sagte, einem Kreisbeschleuniger zur Herstellung von unter anderem Medikamentenkomponenten. Die Maschine dürfte rund 15 Jahre in Betrieb gewesen sein.

Garage nach Insolvenz geräumt

Im Zuge der Insolvenz hätte die Garage in Seiersberg geräumt werden sollen. Dabei stießen die Mitarbeiter auf insgesamt 26 Kunststoffgebinde. Bei der standardmäßigen Überprüfung des Abfalls stellten die Mitarbeiter eine Kontaminierung dieser Kunststoffgebinde fest. Der Ermittlungsbereich Umweltkriminalität des Landeskriminalamts erhob, dass der 56-Jährige mitunter auch für die Abfall-Endlagerung zuständig war, welcher bei der Erzeugung der medizinischen Produkte entsteht. Finanzielle Schwierigkeiten und die Insolvenz der Firma veranlassten den Mann dann offenbar zu dem Entschluss, die Fässer in der - zum Glück nicht öffentlich zugänglichen - Garage zu lagern.

Keine Gefahr für Menschen

Laut dem Polizeisprecher gibt es in Österreich nur eine einzige Firma, die solche radioaktiven Abfälle aus der Medizintechnik entsorgt. Diese ist in Seibersdorf (NÖ) nahe dem österreichischen Kernforschungszentrum angesiedelt. Bei elf der gefundenen Tonnen wurde das Radionuklid Cobalt 60 festgestellt. Eine Entsorgung hätte die Firma des Mannes wohl entsprechend gekostet.

Die Strahlung des Radionuklids wurde bis zu einem Meter Entfernung zu den Gebinden festgestellt. Dadurch dürfte keine Beeinträchtigung von Menschen vorgelegen sein. Die Gebinde seien dicht und in gutem Zustand gewesen, weshalb es zu keinem Austritt von Material oder Flüssigkeiten gekommen war. Der 56-Jährige wird bei der Staatsanwaltschaft Graz angezeigt. Die Fässer wurden zu der Spezialfirma in NÖ gebracht.

Quelle: Agenturen / koa