APA/ANGELIKA GRABHER-HOLLENSTEIN

Silvretta-Hochalpenstraße bleibt bis 2030 gesperrt

Heute, 09:04 · Lesedauer 3 min

Die Silvretta-Hochalpenstraße zwischen Vorarlberg und Tirol bleibt bis 2030 gesperrt. Grund sind umfangreiche Arbeiten. Mit der Umsetzung eines Gesamtkonzepts wolle man die Straße wieder sicher befahrbar machen, teilte Eigentümer illwerke vkw am Montag mit. Die bei Ausflüglern beliebte Verbindung zwischen Partenen (Vorarlberg) und Galtür (Tirol) wurde nach Muren und Felsstürzen 2024 und 2025 gesperrt. Bereits im Herbst hieß es, die Straße werde auch 2026 nicht öffnen.

Die gut 22 Kilometer lange Straße mit der Bielerhöhe auf 2.037 Metern als höchstem Punkt ist traditionell wegen Lawinen- und Steinschlaggefahr jeden Winter gesperrt, sie öffnet üblicherweise Ende Mai oder Anfang Juni. Im Juli 2024 gingen jedoch ein Felssturz und eine Mure auf den Abschnitt zwischen den Kehren 13 und 14 nieder. Seither war die Straße für die Aufräumungs- und Sicherungsarbeiten bis auf wenige Wochen gesperrt. Weitere Schadensereignisse im Sommer 2025 brachten neue Gefährdungslagen an anderen Stellen zum Vorschein, was eine weitere Sperre und die Ausarbeitung eines Langfrist-Konzepts nötig machte, um die Sicherheit der für den Kraftwerksbetrieb und den Tourismus wichtigen Straße gewährleisten zu können.

Dieses langfristige Konzept mit geologischen Modellrechnungen wurde nun vom Aufsichtsrat beschlossen. So soll die Silvretta-Hochalpenstraße in den nächsten Jahren umfassend abgesichert werden. Dazu seien in mehreren Bereichen Straßenumlegungen und der Bau von Schutzdämmen notwendig, hieß es. Nach Abschluss der Detailplanungen wollen die illwerke vkw im Sommer 2026 ins Behördenverfahren gehen, im März 2027 könnte dann der Baubeschluss gefasst werden. Binnen drei Bausaisonen 2027 bis 2029 könnte im Sommer 2030 die Wiedereröffnung für den öffentlichen Verkehr erfolgen, hieß es in der Mitteilung.

Die Straße stelle eine wichtige Infrastruktur für den Kraftwerksbetrieb dar, "die Zugänglichkeit ist deshalb für uns auch zukünftig von entscheidender Bedeutung", so Gerd Wegeler, Vorstandsmitglied der illwerke vkw. Der Energieversorger investierte nach eigenen Angaben bis 2025 bereits acht Millionen Euro in Sicherungsmaßnahmen investiert, vor allem in Dämme und Steinschlagschutznetze sowie eine teilweise Straßenverlegung. Eine Kostenschätzung für die nun anstehenden Arbeiten liegt bisher noch nicht vor, so illwerke vkw-Sprecher Andreas Neuhauser auf APA-Nachfrage.

Sommerbetrieb der Vermuntbahn soll Tourismuseinbußen dämpfen

Wie bereits bisher während der Sperren soll die Vermutbahn nun im Sommer in Betrieb sein, um von Vorarlberg aus einen Zugang zur Bielerhöhe zu bieten. "Auch von der Tiroler Seite über das Paznaun wird die Straße während der Bauarbeiten im Sommer mautfrei zugänglich bleiben", so Wegeler. Die Sperre der Straße macht dem Tourismus der Talschaft zu schaffen, auch die illwerke vkw selbst ist über den Anbieter "Golm Silvretta Lünersee Tourismus" Betroffene. Wohl auch darum holten sich die illwerke vkw für ihre Ankündigung mit dem Gaschurner Bürgermeister Daniel Sandrell den Repräsentanten des Standes Montafon mit ins Boot: "Die Hotel- und Gastronomiebetriebe im gesamten Montafon und im Paznaun haben damit eine klare Perspektive", wurde Sandrell darin zitiert. illwerke vkw-Sprecher Neuhauser räumte jedoch auf Nachfrage eine "insgesamt schwierige Situation für alle" ein.

Zusammenfassung
  • Die Silvretta-Hochalpenstraße zwischen Vorarlberg und Tirol bleibt nach mehreren Muren und Felsstürzen bis Sommer 2030 gesperrt, um umfassende Sicherungsmaßnahmen umzusetzen.
  • Ein vom Aufsichtsrat beschlossenes Gesamtkonzept sieht Straßenumlegungen, Schutzdämme und geologische Modellrechnungen vor, wobei bereits acht Millionen Euro in Sicherungen investiert wurden und weitere Kosten noch nicht beziffert sind.
  • Während der Sperre wird der Sommerbetrieb der Vermuntbahn aufrechterhalten und die Straße bleibt von Tirol aus mautfrei, um die Auswirkungen auf den Tourismus und den Kraftwerksbetrieb abzufedern.