Schweizer-italienische Ermittlung zum Brand in Crans-Montana
Der Zeitpunkt des Treffens Mitte Februar sei keine "Verzögerung seitens der Schweiz, sondern das erste mögliche Datum für die Staatsanwaltschaft Rom", sagte der Botschafter zu CH Media. Bei dem Brand sind 40 Menschen, darunter sechs minderjährige Italiener ums Leben gekommen. 116 weitere Menschen wurden verletzt, darunter 16 Italienerinnen und Italiener.
Die Staatsanwaltschaft in Rom hatte am 13. Jänner ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz gerichtet. Das Schweizer Bundesamt für Justiz habe dieses am darauffolgenden Tag an die Walliser Staatsanwaltschaft übermittelt, teilte das Bundesamt am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Walliser Justizbehörde wolle bis spätestens Ende dieser Woche auf das italienische Ersuchen eintreten.
Die beiden Strafverfolgungsbehörden haben laut dem Schweizer Bundesamt für Justiz auch die Möglichkeit, sich zu gemeinsamen Ermittlungsgruppen zusammenzuschließen. Solch ein Zusammenschluss sei ein übliches Vorgehen.
Italien hatte am Montag gemeinsame Ermittlungen gefordert. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, wurde nach Rom zurückgerufen und von der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni empfangen. Cornados Rückkehr nach Bern wurde von der Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe abhängig gemacht.
"Es gibt keine zwischenstaatliche Krise", sagte Balzaretti von CH Media darauf angesprochen. Italiens Außenminister Antonio Tajani habe gesagt, dass es kein diplomatisches Problem mit der Schweiz, sondern mit bestimmten Entscheidungen der Walliser Justiz gebe, sagte der Botschafter zu "Le Temps" und fügte an: "Das ist übrigens das Äußerste, was man als Politiker angesichts der Gewaltenteilung gegenüber einem Rechtsorgan sagen kann."
Zusammenfassung
- Beim Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht kamen 40 Menschen ums Leben, darunter sechs minderjährige Italiener, und 116 weitere Personen wurden verletzt, darunter 16 Italienerinnen und Italiener.
- Die Walliser Staatsanwaltschaft plant Mitte Februar ein Treffen mit der römischen Staatsanwaltschaft zur technischen Abstimmung, nachdem Italien am 13. Jänner ein Rechtshilfeersuchen gestellt hatte.
- Die Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe wird von beiden Seiten geprüft, wobei die Rückkehr des italienischen Botschafters nach Bern von diesem Schritt abhängig gemacht wird.
