APA - Austria Presse Agentur

Schweizer Forscherin findet mit Drohnen "durstige" Bäume

22. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

An der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem sich indirekt unter Trockenheit leidende Bäume aus der Luft erkennen lassen. Das Team um die WSL-Forscherin Petra D"Odorico bestückte Drohnen mit multispektralen Kameras, die sie über den Pfynwald im Kanton Wallis fliegen ließen. Aufgrund der Bilddaten ließ sich der photochemische Reflexionsindex (PRI) ermitteln, mit dem Bäume auf Trockenstress reagieren.

Der PRI zeigt an, wie viel ein Baum in die Photosynthese und somit ins Wachstum investiert, "oder in andere Prozesse, die durch Ressourcenknappheit hervorgerufen werden", ließ sich D"Odorico in einer Mitteilung des Forschungsinstituts vom Mittwoch zitieren. Im Pfynwald betreibt die WSL ein Langzeitexperiment, bei dem seit 2003 ein Teil der Bäume mit Sprinkleranlagen bewässert wird, andere lassen sie unter natürlichen, relativ trockenen Bedingungen wachsen. Demnach war der PRI der nicht bewässerten Bäume bis zu zehnmal Mal niedriger (was auf höheren Trockenstress hindeutet) als derjenige der bewässerten Bäume, wie die Forschenden im Fachmagazin "Plant, Cell & Environment" berichten.

Diese für das menschliche Auge unsichtbare Information hilft Fachleuten zu erkennen, ob sich bei noch gesund scheinenden Bäumen eine Beschädigung durch Trockenheit abzeichne, sagte D"Odorico. Ein Vorteil dieser Methode besteht insbesondere darin, dass sich viele Bäume auf einmal durchleuchten lassen. Denn herkömmliche Analysen am Boden, beispielsweise der Jahresringe, Blätter oder Nadeln, verschlingen viel Zeit. Derzeit werde die drohnengestützte Überwachung noch nicht operationell in der Waldbewirtschaftung eingesetzt, so die WSL. Sie werde aber in Zukunft wertvoll sein, um andere Techniken zu ergänzen und die Reaktion des Waldes auf wärmere und trockenere Bedingungen frühzeitig erfassen zu können.

(S E R V I C E - https://doi.org/10.1111/pce.14177)

Quelle: Agenturen