APA - Austria Presse Agentur

Rund 400 Schwangere auf Wiens Covid-Stationen, eine Tote

25. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Rund 400 schwangere Frauen sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie auf Wiener Covid-Stationen stationär behandelt worden. Eine Patientin im Alter von Anfang 30 im Februar 2021 in der Klinik Ottakring gestorben.

"Keine, die wirklich Behandlung gebraucht hat, war geimpft", sagte Barbara Maier, Leiterin der Geburtenstation in Ottakring.

Patientinnen zwischen 28 und 33 Jahre alt

Neben der Klinik Favoriten ist im Bereich des Wiener Gesundheitsverbundes die Klinik Ottakring als Anlaufstelle für werdende Mütter vorgesehen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben und an Covid-19 erkranken. Die Betroffenen, die bisher in Ottakring stationär versorgt worden sind, waren zwischen 28 und 33 Jahre alt. Derzeit gibt es zwei Patientinnen, wovon eine intensivmedizinisch betreut werden muss. Insgesamt 13 Frauen hatten rund um den Geburtstermin ICU-Bedarf, wurden also kurz vor oder kurz nach der Niederkunft auf die Covid-Intensivstation verlegt. Sie waren zwischen 30 und 32 Jahre alt.

Mutter starb, Baby überlebte

Der Krankheitsverlauf ist dabei recht unterschiedlich, berichtete Maier am Donnerstag. Während sich einige ungeimpfte Mütter relativ rasch von Covid-19 erholen, müssen andere "viele Wochen" auf der Intensivstation zubringen und kämpfen dabei um ihr Leben. Das Baby der verstorbenen Covid-Patientin sei gesund zur Welt gekommen und wohlauf, hieß es. Es wird ohne Mutter aufwachsen.

Frühgeburtsrisiko dreimal so hoch

Dabei kann die Schutzimpfung gegen Covid-19 Leben retten. "Das Risiko einer Frühgeburt bei schwangeren Frauen mit symptomatischen Covid-19-Verläufen ist mindestens drei Mal höher", gibt Maier zu bedenken. Sie rät Schwangeren daher dringend zur Impfung. Wien hatte auf Initiative des Wiener Gesundheitsverbundes und aufgrund der Erfahrung von Expertinnen und Experten als erste europäische Stadt überhaupt die "Off Label"-Impfung für Schwangere angeboten.

Die Betreuung von hochschwangeren Covid-19-Patientinnen stellt für das Spitalspersonal eine enorme Herausforderung dar. Es ist vor allem auch dafür Sorge zu tragen, dass sich das Kind, das meist mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht wird, nicht mit SARS-CoV-2 infiziert. Wie der Gesundheitsverbund versichert, ist es in Wien bis jetzt zu keiner Übertragung des Virus auf ein Neugeborenes gekommen.

Die Geburt selbst läuft in einem normalen Kreißsaal ab, wobei sich eine Hebamme ausschließlich und durchgehend um die Gebärende kümmert, die aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung eine Risikopatientin darstellt. Die Hebamme trägt - wie alle an der Geburt beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal - Schutzkleidung, und das - je nach Dauer der Geburt - oft über Stunden hinweg.

Dieser Artikel wurde am 25.11.2021 um 15.30 Uhr korrigiert. Der Gesundheitsverbund korrigiert sein Zitat über das Risiko einer Fehlgeburt. Richtig sei, dass das Risiko einer Frühgeburt dreimal höher sei. 

Quelle: Agenturen