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Rom arbeitet nach Erdbeben an Sicherheitsplan für Neapel

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Die Erde zittert weiter in Pozzuoli, der 81.000-Einwohner-Stadt südlich von Neapel. Am Montag war die Region vom heftigsten Erdbeben seit 40 Jahren erschüttert worden. Im Gebiet des Vulkankessels Campi Flegrei gibt es täglich deutlich spürbare Nachbeben. Die italienische Regierung arbeitet jetzt an einem Plan für die Anpassung der Gebäude in dem Vulkangebiet an die modernsten antiseismischen Standards. Dafür sind 500 Millionen Euro notwendig.

Prioritär sei die Stabilisierung von Schulen und öffentlichen Gebäuden, erklärte Zivilschutzminister Nello Musumeci nach einem Ministertreffen in Rom am Mittwochabend. Die Regierung arbeite an einem Verbot für weiteres Bauen in dem Gebiet der sogenannten Phlegräischen Felder, die wegen ihres Ausmaßes - 150 Quadratkilometer - und ihrer großen magmatischen Aktivität einen sogenannten Supervulkan bilden. Zum letzten Mal war er 1538 ausgebrochen.

Die Regierung denkt an Unterstützungsmaßnahmen für Familien, die die Phlegräischen Felder verlassen und umziehen wollen. "Diejenigen, die sich entschieden haben, im Raum der Campi Flegrei zu leben, wussten, dass es sich um ein schwieriges Gebiet handelt, das Risiken birgt. Wir erinnern uns nur daran, wenn die Erde bebt. Wir müssen aber wachsam mit dieser Gefahr leben", so Musumeci.

"Die Wissenschafter sagen, dass die Beben einen Monat oder ein Jahr andauern können, sie könnten aber schon morgen wieder abklingen: Wir müssen auf jede Situation vorbereitet sein. Wir arbeiten mit der Präfektur, den Gemeinden und der Region zusammen, um einen Evakuierungsplan zu erstellen, der in der Schublade bleibt, aber im Bedarfsfall sofort umgesetzt werden muss", erklärte der Minister. Sicher sei, dass die Häuserdichte in der Gegend jetzt Probleme für den Plan zur raschen Evakuierung aufwerfe.

Derzeit gilt in der Region Alarmstufe Gelb, wechselt sie zu Orange, wird empfohlen, das Gebiet zu verlassen. Gefahrenstufe Orange hätte zur Folge, dass die Überwachung noch einmal verstärkt und die Bevölkerung flächendeckend über die Evakuierungspläne, Fluchtwege und Verhaltensvorschriften informiert werden muss. Die effektive Evakuierung würde aber erst bei Alarmstufe Rot erfolgen.

Der Plan der Regierung sei es, Ressourcen für die Evakuierung der sogenannte rote Zone bereitzustellen. In der gefährlichsten Zone gibt es 1.250 Häuser, die einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt sind, und 2.750 mit mittlerem Risiko. "Wie hoch der Betrag ist, den die Regierung bereitstellen und auf welche Weise das Risiko für die Bewohner gemindert werden kann, werden wir erst bewerten können, wenn die Erkundung der Anfälligkeit der Gebäude abgeschlossen ist", erklärte Musumeci.

Abschließend richtete der sizilianische Minister einen Appell an die Bewohner der Campi Flegrei: "Wir Süditaliener sind ein wenig fatalistisch, aber wir müssen verstehen, dass diejenigen, die weiterhin in diesem Gebiet leben wollen, sich rüsten müssen." In der Zwischenzeit blieben die Schulen in Pozzuoli auch am Donnerstag geschlossen, die Wiedereröffnung ist am Freitag geplant.

49 Familien mussten im Raum der Hafenstadt Pozzuoli südlich von Neapel ihre Wohnungen verlassen, weil die Häuser nach dem Erdbeben Anfang der Woche Stabilitätsprobleme aufweisen. Dem Erdbeben mit Stärke 4,4 am Montag, dem stärksten seit 40 Jahren, folgte am Mittwoch eine weitere Erschütterung mit Stärke 3,4. Es gab weder Verletzte noch Todesopfer, die Erschütterung versetzte die Bevölkerung jedoch in Schrecken.

ribbon Zusammenfassung
  • Nach dem stärksten Erdbeben seit 40 Jahren in Pozzuoli, mit einer Stärke von 4,4, plant die italienische Regierung, 500 Millionen Euro in die Sicherung der Gebäude in den Campi Flegrei zu investieren.
  • Die Regierung erwägt ein Bauverbot in der Region und arbeitet an einem Evakuierungsplan, der im Notfall sofort umgesetzt werden kann, um auf jede Situation vorbereitet zu sein.
  • In der gefährlichsten Zone, der sogenannten roten Zone, sind 1.250 Häuser einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt; die Schulen in Pozzuoli bleiben vorerst geschlossen, eine Wiedereröffnung ist für Freitag geplant.