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Pubs und Bars könnten rund um Charles' Krönung länger öffnen

18. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Zur Feier der Krönung von König Charles III. könnten Pubs, Bars und Clubs in Großbritannien ausnahmsweise länger öffnen dürfen. Währenddessen klagt die Londoner Gastronomie über enorme Einbußen im Vorweihnachtsgeschäft wegen der wiederholten Streiks in der Verkehrsbranche.

Die britische Regierung prüfe derzeit, ob die Gastronomie an dem Krönungswochenende im kommenden Mai statt bis 23.00 Uhr bis 1.00 Uhr öffnen dürfe, berichteten britische Medien am Sonntag übereinstimmend.

Geeigneter Anlass für längere Öffnungen

Innenministerin Suella Braverman sagte demnach, "nach vielen Herausforderungen in den vergangenen Jahren" sei die Krönung von Charles ein geeigneter Anlass, um lokalen Betrieben ein gutes Geschäft zu bescheren sowie für Nachbarn und Freunde, um zum Feiern zusammenzukommen.

Krönung im Mai 2023

Rund um das 70-jährige Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. im vergangenen Juni hatte es eine ähnliche Regelung gegeben. Die Monarchin ist im September im Alter von 96 Jahren gestorben, seitdem ist ihr Sohn Charles (74) neuer britischer König. Seine offizielle Krönung soll am 6. Mai nächsten Jahres stattfinden.

Streiks machen Pubs und Restaurants zu schaffen

Die Londoner Gastronomie beklagt wegen der wiederholten Streiks in der Verkehrsbranche enorme Einbußen im Vorweihnachtsgeschäft. "Pubs, Bars, Restaurants und Hotels würden normalerweise volles Mittags- und Abendgeschäft haben, aber das haben sie aktuell nicht", sagte Kate Nicholls vom Branchenverband UKHospitality der "Financial Times". Nach Schätzungen des Verbandes könnten die Streiks allein in London Einbußen von rund 800 Millionen Pfund (rund 917 Mio. Euro) verursachen.

Der Streit um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zwischen Beschäftigten in der Verkehrsbranche und ihren Arbeitgebern zieht sich seit Monaten hin. Im Dezember riefen die Gewerkschaften für mehrere Tage zum Streik auf, auch rund um die Feiertage sind Streiks geplant.

U-Bahn-Nutzung lag auf Vor-Pandemie-Niveaus

Die Londoner City war in der vergangenen Arbeitswoche durch die Streiks weitgehend ausgestorben, viele Arbeitnehmer wechselten ins Homeoffice. Daten der Verkehrsgesellschaft Transport for London zeigen nach einer Auswertung der "FT", dass die Nutzung der Londoner U-Bahn etwa am Dienstag und Mittwoch bei weniger als zwei Dritteln des Vor-Pandemie-Niveaus lag. In der Woche zuvor lag sie deutlich näher am Vor-Pandemie-Niveau. "Die City hat gewissermaßen schon am 12. Dezember dicht gemacht", fasst Verbandschefin Nicholls zusammen.

Gastronomie hofft auf Weihnachtssaison

Die Gastronomie hatte eigentlich auf eine Erholung in dieser Weihnachtssaison gehofft. In den vergangenen beiden Jahren hatte die Corona-Pandemie die üblichen Weihnachtsfeiern in vollen Pubs weitgehend verhindert.

Ein Wirt aus der Londoner City sagte der "FT", die Woche sei üblicherweise die umsatzstärkste in der Branche. Die Streiks hätten die Restaurants jedoch hart getroffen. Drei Viertel der geplanten Weihnachtsbuchungen in seinem Restaurant "One Lombard Street" in der vergangenen Woche seien storniert worden.

Quelle: Agenturen