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Prozess nach Brandanschlag auf Trafikantin kommende Woche

26. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Am kommenden Donnerstag und Freitag wird eines der erschütterndsten Verbrechen im Wiener Straflandesgericht verhandelt. Ein 47-jähriger Mann muss sich in einem zweitägigen Prozess wegen Mordes an seiner Ex-Freundin verantworten. Er soll aus Eifersucht die 35-jährige Trafikantin in ihrem Geschäft in der Nussdorfer Straße mit einem halben Liter Benzin übergossen und angezündet haben. Danach versperrte er das Geschäft und flüchtete.

Der Mordprozess wird zwei Tage lange im Großen Schwurgerichtssaal im Grauen Haus verhandelt. Am ersten Tag am Donnerstag werden zahlreiche Zeugen befragt. Am zweiten Tag werden die Gutachter zu Wort kommen - wie etwa der Brandsachverständige Christian Tisch, der bereits beim Feuerinferno bei der Standseilbahn auf das Kitzsteinhorn in Kaprun im Einsatz war. Das Verfahren wird Richterin Sonja Weis leiten. Der Beschuldigte wird von Anwalt Michael Schnarch vertreten. Mit einem Urteil wird dann am Freitag gerechnet.

Der Angeklagte - ein ursprünglich aus Ägypten stammender Mann - hatte nach seiner Festnahme erklärt, er habe seiner Ex-Freundin einen "Denkzettel" verpassen wollen. Er habe sie "nur erschrecken" wollen, ihm sei nicht bewusst gewesen, "dass Benzin so gut brennt". Die 35-Jährige, die sich vor ihrem eifersüchtigen Ex-Freund gefürchtet hatte und zu ihrem Schutz sogar einen Detektiv engagiert haben soll, erlag Anfang April in einem Spital ihren Verletzungen.

Auf einem Video aus einer in der Trafik angebrachten Überwachungskamera ist zu sehen, wie der Angeklagte das kleine Geschäftslokal betritt, dieses versperrt und die Rollläden herablässt. Sie drückt noch den Alarmknopf, aber er stößt sie zu Boden und würgt sie mit einem mitgebrachten Kabel. Dann übergießt er die 35-Jährige mit der brennbaren Flüssigkeit, zündet sie an und ergreift die Flucht, wobei er hinter sich noch das Geschäft abschließt.

Anrainer und Passanten bemerkten den Rauch aus der Trafik, zertrümmerten mit einem Einkaufswagen eine Scheibe und kamen der 35-Jährigen zu Hilfe. Letzten Endes kämpften die Ärzte wochenlang auf einer Intensivstation vergeblich um das Leben der Frau. Einige Stunden nach der Tat stellt sich der 47-Jährige der Polizei.

Dem Angeklagten drohen nun im Fall eines Schuldspruchs zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt. Ausschlaggebend dafür war das Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen Peter Hofmann, der den Mann zwar als zurechnungsfähig, aufgrund einer schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung aber als hochgefährlich eingestuft hat.

Quelle: Agenturen