Probleme durch Wintersturm "Elli" in Deutschland
Die Deutsche Bahn (DB) stellte den Fernverkehr in Norddeutschland vorübergehend ein. Aufgrund der Witterungsbedingungen sei der Schienenverkehr im Großraum Hannover bis auf Weiteres unterbrochen. Bereits zuvor hatte die Bahn Zugausfälle und Verspätungen auf Fern- und Regionalstrecken im Norden gemeldet. Betroffen waren auch andere Bahnunternehmen. Die S-Bahn in Hannover stellte ihren Betrieb komplett ein.
Am Abend hieß es vom regionalen Verkehrsunternehmen Üstra, dass in der gesamten Region Hannover auch der Busverkehr eingestellt wurde. Grund seien Vorfälle mit festgefahrenen und rutschenden Bussen. Zwei Stadtbahnen des Verkehrsbetriebs entgleisten am späten Nachmittag unabhängig von einander wegen festgedrückten Schnees und Eises im Gleisbereich. Ein Fahrer wurde dabei verletzt. In der Region leben 1,1 Millionen Menschen, knapp die Hälfte davon in der Hauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen selbst.
An Schulen in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und weiten Teilen Schleswig-Holsteins fiel der Präsenzunterricht aus. In anderen Ländern wie Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war die Präsenzpflicht aufgehoben.
Bei Reisbach in Niederbayern geriet laut Polizei vermutlich witterungsbedingt ein 27-jähriger Autofahrer auf einer Landstraße ins Schleudern und prallte mit seinem Wagen in ein entgegenkommendes Auto. Er und ein 18-jähriger Beifahrer starben. Unfälle gab es auch in anderen Bundesländern von Baden-Württemberg über Hessen bis Thüringen. Die Polizei im niedersächsischen Cuxhaven etwa bezeichnete die Lage als "sehr angespannt". Die Sichtweite betrage teils nur wenige Meter, es gebe starke Schneeverwehungen. Vielerorts blieben nach Polizeiangaben Lastwagen stecken oder rutschten in Leitschienen. Teils längere Sperren gab es deshalb etwa auf der A1 und A24 in Schleswig-Holstein, der A9 und A72 in Sachsen oder der A70 in Bayern.
Ausgelöst wurde die brisante Wetterlage durch Sturmtief "Elli", das sich von Westen her nähert und warme Luft vom Atlantik mit sich bringt. Diese trifft über Nord- und Ostdeutschland auf kältere Luftmassen. Der Wetterdienst erwartete am Freitag in weiten Teilen des Landes noch Neuschneemengen zwischen fünf und 15 Zentimetern meist innerhalb weniger Stunden. Ab dem Nachmittag sollten die Schneefälle merklich nachlassen. Die Gefahr von Schneeverwehungen aufgrund des Sturms sollte erst in der Nacht allmählich zurückgehen.
Wintersturm "Goretti" in Frankreich
In Frankreich waren rund 380.000 Haushalte ohne Strom, nachdem Sturm "Goretti" in der Nacht auf Freitag mit Geschwindigkeiten von örtlich bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes gezogen ist. Trotz vieler umgestürzter Bäume und Behinderungen wurden nach vorläufiger Bilanz des Innenministeriums lediglich sechs Menschen leicht verletzt. In der Bretagne brachen in der Nacht zehn bis 13 Meter hohe Wellen über einige Küstenabschnitte herein.
In Nordfrankreich sollten am Freitag bis auf wenige Ausnahmen keine Züge fahren. In der Normandie und der Bretagne sollte der Bahnverkehr am Nachmittag wieder anlaufen. Behinderungen gab es auch im Großraum Paris sowie im Elsass und in Lothringen.
In den Departements Manche und Seine-Maritime bleiben die Schulen geschlossen. Die Behörden hatten eindringlich vor den Gefahren des Sturms gewarnt und die Menschen aufgerufen, sich möglichst in ihren Wohnungen aufzuhalten. Inzwischen ist der Sturm wieder abgeflaut.
Teile Großbritanniens kämpfen mit "Goretti"
Auch in Großbritannien beherrschte "Goretti" den Alltag vieler Menschen. Mehr als 55.000 Haushalte mussten nach Angaben des Stromnetzbetreibers National Grid am Vormittag ohne Strom auskommen, die meisten davon im Südwesten und in den westlichen Midlands. Vielerorts bleiben die Schulen zu, Straßen waren durch umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen gesperrt, Züge standen still. Im stark betroffenen Cornwall in England wurden die Bewohner gebeten, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.
Der Nachrichtenagentur PA zufolge wurden am Londoner Flughafen Heathrow mindestens 69 Starts und Landungen gestrichen, die meisten davon Kurzstreckenflüge der Fluggesellschaft British Airways. Etwa 9.000 Fluggäste dürften demnach betroffen sein.
(S E R V I C E - Fahrgäste werden von der DB gebeten, sich digital zu informieren, etwa über die App oder im Internet über https://www.bahn.de/service/fahrplaene/aktuell )
Zusammenfassung
- Wintersturm 'Elli' hat in Norddeutschland den Fernverkehr der Deutschen Bahn, S-Bahnen und Busse in Hannover komplett lahmgelegt und zahlreiche Unfälle verursacht, darunter einen tödlichen Crash mit zwei Toten in Niederbayern.
- Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Schneeverwehungen und erwartete Neuschneemengen zwischen 5 und 15 Zentimetern innerhalb weniger Stunden, während vielerorts Schulen geschlossen oder die Präsenzpflicht aufgehoben wurde.
