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Polizei und 80-jährige Steirerin lockten Betrüger in eine Falle

23. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Polizei hat mit Hilfe einer 80-jährigen Steirerin einen 38-jährigen Deutschen als Betrüger festgenommen. Der Mann hatte sich als Polizist ausgegeben und wollte Wertgegenstände von der betagten Frau abholen.

Allerdings wurde eine fingierte Übergabe in Graz vereinbart, bei der die Handschellen klickten. Der 38-Jährige hatte zuvor bereits einer 78-Jährigen Gold- und Silbermünzen im Wert von mehreren 10.000 Euro abgeknöpft, teilte die Polizei mit.

Polizei und 80-Jährige heckten Plan aus

Zu der Festnahme war es bereits vor zwei Wochen gekommen: Am 10. Oktober war die 80-Jährige von einem Betrüger angerufen und nach Wertgegenständen gefragt worden. Sie ließ sich allerdings - vorerst - auf keine Forderungen ein und verständigte die Polizei. Der Täter hatte ein weiteres Telefonat für den nächsten Tag angekündigt.

Zu dem kam es auch, in Absprache mit der Polizei vereinbarte die Frau eine fingierte Übergabe. Grazer Betrugsermittler übernahmen gemeinsam mit der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) die Observation, und tatsächlich wollte der 38-Jährige am vereinbarten Übergabeort die Beute in Empfang nehmen. Er wurde festgenommen.

78-Jähriges Opfer einen Tag zuvor

Die Ermittlungen ergaben, dass einen Tag zuvor eine 78-jährige Grazerin definitiv Opfer der selben Betrügergruppe geworden war. Sie hatte dem Täter Gold- und Silbermünzen im Wert von mehreren 10.000 Euro übergeben. Die Frau hatte auch gar keinen Verdacht geschöpft, Opfer eines Betruges geworden zu sein. Die Beute wurde im Hotelzimmer des 38-Jährigen in Graz sichergestellt - ohne die aufmerksame 80-Jährige wäre sie wohl verloren gewesen.

Polizei warnt vor weitern Betrügen

Der 38-Jährige wird verdächtigt, weitere Betrugsdelikte als falscher Polizist begangen zu haben, die Ermittlungen waren vorerst noch nicht abgeschlossen. Er ist teilweise geständig und befindet sich in der Justizanstalt Graz Jakomini. Erneut warnte die steirische Polizei am Sonntag vor den raffinierten Methoden der Betrüger.

Sie würden ihre meist älteren Opfer anrufen und zur Übergabe von Geld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen drängen - entweder um sie vor Einbrechern zu sichern oder weil Angehörige dringend Geld benötigen würden. "Die echte Polizei wird niemals Geld, Gold oder Schmuck abholen", heißt es dazu ausdrücklich von der Polizei. Wird man von Betrügern angerufen, sollte man sofort auflegen und die Polizei unter der Nummer 133 verständigen.

Goldbarren im Wert von mehreren 10.000 Euro übergeben

Nicht so viel Glück wie die beiden Pensionistinnen hatte vergangene Woche eine 54-jährige Grazerin. Sie war am Mittwoch kontaktiert worden, dass ihr Sohn einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hätte, festgenommen worden sei eine Kaution in Höhe von 85.000 Euro benötige. Die unter Druck gesetzte Grazerin fuhr nach Bruck an der Mur und übergab dort Goldbarren im Wert von mehreren 10.000 Euro.

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz