APA - Austria Presse Agentur

Pfizer zu Impfschutz von Biontech: "Die Delta-Variante ist da schon etwas anders"

23. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Laut Untersuchungen des israelischen Gesundheitsministeriums soll der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nur mehr zu 39 Prozent gegen Übertragung der Delta-Variante schützen. Bei schweren Krankheitsverläufen ist der Impfschutz aber weiterhin sehr hoch, wie man bei Pfizer gegenüber PULS 24 betont.

Zu einem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung des israelischen Gesundheitsministeriums. Laut dieser soll der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer bei der Delta-Variante nur mehr zu 39 Prozent vor Übertragung schützen. Das berichtet das Nachrichtenportal "Bloomberg" unter Berufung auf einen entsprechenden Bericht des Ministeriums.

Die Untersuchungen wurden im Zeitraum zwischen 20. Juni und 17. Juli durchgeführt. Wieviele Probanden dabei getestet wurden bzw. nach welcher Methodik vorgegangen wurde, ist allerdings nicht bekannt. Die Daten könnten verzerrt sein, gesteht auch der israelische Bericht zu.

Impfschutz vor schweren Symptomen weiterhin sehr hoch

Der Impfschutz vor einem schweren Krankheitsverlauf und vor Hospitalisierung ist aber weiterhin sehr hoch. Zumindest dahingehend können Geimpfte also beruhigt sein. Das betont man auch bei Pfizer gegenüber PULS 24.

"Die aktuellste Studie, die erst vor zwei Tagen im New England Journal of Medicine erschienen ist und mit 19.000 Probanden durchgeführt wurde, hat einen Impfschutz von 88 Prozent vor schweren Symptomen bestätigt", sagt Sylvia Nanz, Country Medical Director bei Pfizer Österreich zu PULS 24.

Delta "schon etwas anders" als Alpha

Zu besagter Untersuchung aus Israel habe man noch keine genaueren Informationen, daher sei diese schwer einzuschätzen. Dass es aufgrund der Delta-Variante aber aktuell zu mehr Infektionen - wenn auch ohne bzw. nur mit leichten Symptomen - auch bei Vollgeimpften komme als noch bei der Alpha-Variante, sei wohl tatsächlich so. "Die Delta-Variante ist da schon etwas anders", sagt Nanz. Der Impfschutz vor einer Infektion sei dadurch "etwas geringer", jener vor schweren Symptomen aber weiterhin sehr hoch.

Delta-Variante: Infektion trotz Impfung?

Aufgrund der Delta-Variante häufen sich die Fälle, in denen sich Menschen trotz Vollimmunisierung infiziert haben.

AstraZeneca-Impfstoff schützt bei Delta nur zu 67 Prozent

Die Wirksamkeitsstudie im New England Journal of Medicine hat allerdings ein beunruhigendes Ergebnis: Laut den Untersuchungen schützt der AstraZeneca-Impfstoff ("ChAdOx1 nCoV-19") auch nach beiden Teilimpfungen bei der Delta-Variante nur mehr zu 67 Prozent vor Symptomen. Bei der Alpha-Variante betrug der Impfschutz bei Vollimmunisierung noch 74,5 Prozent.

Phase-3-Studie zum Impfstoff läuft weiterhin

Bei Pfizer verfolge man alle aktuellen Entwicklungen rund um die Delta-Variante und andere Mutationen selbstverständlich. Die eigene Phase-3-Studie, die zur Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffes führte, laufe kontinuierlich weiter. "Wir haben 46.000 Testpersonen, bei denen wir weiter beobachten, wie sich die Wirksamkeit und der Impfschutz im weiteren Zeitverlauf entwickeln - auch in Hinblick auf neue Mutationen", versichert Nanz.

Durchimpfungsrate im Ländervergleich

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos