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Pandemie drückt Geburtenzahl in China weiter

23. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Corona-Pandemie beschleunigt die wegen hoher Kosten für Bildung und Kindererziehung ohnehin sinkende Geburtenzahl in China. "Das Coronavirus hat sich auch deutlich auf die Heirats- und Geburtenpläne einiger Menschen ausgewirkt", bestätigte die Nationale Gesundheitskommission am Dienstag. Der Umzug junger Menschen in städtische Gebiete, ein höherer Zeitaufwand für die Ausbildung und ein Arbeitsumfeld mit hohem Druck hätten ebenfalls ihren Teil beigetragen.

Demografen zufolge werden die Geburten in China in diesem Jahr auf ein Rekordtief sinken. Die Prognosen gehen von einem Rückgang auf unter zehn Millionen aus. 2021 wurden noch 10,6 Millionen Babys gezählt - das waren 11,5 Prozent weniger als im Jahr 2020. Die Volksrepublik China hatte im vergangenen Jahr eine Fruchtbarkeitsrate von 1,16 und damit eine der niedrigsten der Welt. Sie liegt deutlich unter der Marke von 2,1, die die Industriestaaten-Organisation OECD als notwendig für eine stabile Bevölkerungsentwicklung ansieht.

China hat von 1980 bis 2015 eine strikte Ein-Kind-Politik verfolgt. Die Regierung hat bereits eingeräumt, dass die Zahl der Einwohner auch als Folge dessen zu schrumpfen droht. Das könnte ökonomische Verwerfungen nach sich ziehen, weil immer weniger Junge immer mehr Alte finanzieren und versorgen müssen. Um dem Problem entgegenzuwirken, haben die Behörden unter anderem Steuererleichterungen, längere Mutterschaftsurlaube, eine verbesserte Krankenversicherung, Wohnbeihilfen und zusätzliches Geld für ein drittes Kind eingeführt.

Die Einwohnerzahl in China wächst bereits so langsam wie seit den 50er-Jahren nicht mehr, wie die jüngste Volkszählung ergab: Sie nahm im vergangenen Jahrzehnt nur noch um 5,38 Prozent auf 1,41 Milliarden zu. Dagegen zeigt die US-Bevölkerung positive Veränderungen, wie aus einem Arbeitspapier der chinesischen Zentralbank hervorgeht. Darin werden Vorhersagen der Vereinten Nationen zitiert, wonach die US-Bevölkerung von 2019 bis 2050 um 15 Prozent wachsen könnte, die chinesische hingegen um 2,2 Prozent schrumpfen dürfte. "Bildung und technologischer Fortschritt können den Rückgang der Bevölkerung nicht kompensieren", warnte die Zentralbank.

Quelle: Agenturen