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Pakistan kämpft weiter mit Rekordfluten

06. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Aufgrund der anhaltenden Flutkatastrophe kämpft Pakistan weiter damit, das Überlaufen des größten Süßwassersees in dem Land zu verhindern. Das meldeten Behörden am Dienstag. Nach Angaben der Provinzregierung wurden 100.000 Menschen aus der Umgebung des Manchar-Sees in der Provinz Sindh vorsichtshalber in Sicherheit gebracht.

Die eingesetzten Kräfte hätten den Damm bereits an drei Stellen gebrochen, um das Wasserlevel auf kontrollierte Weise zu senken. Das Wasser steige jedoch weiter an. "Tausende Menschen sind vor dem See in Gefahr", sagte ein Sprecher der Provinzregierung.

Nachdem die pakistanischen Behörden um Hilfe gebeten haben, koordiniert die EU nun die eingehenden Hilfsangebote - darunter 400.000 Antigentests und 10.000 medizinische Handschuhe aus Österreich. Für die Koordination weiterer Hilfsgüter entsendet die EU zudem einen Verbindungsbeamten. Die Hilfe kommt zu den 2.150.000 Euro hinzu, die die EU in den letzten Wochen zur Unterstützung der von den Sturzfluten betroffenen Familien bereitgestellt hat, sowie zu den neuen humanitären Mitteln in Höhe von 200.000 Euro für den Katastrophenhilfe-Notfallfonds. Darüber hinaus wurde der Copernicus-Satellitendienst der EU aktiviert, um Daten zu sammeln, die die Bewertung der Lage in den am stärksten betroffenen Gebieten unterstützen.

Seit Mitte Juni leidet Pakistan unter ungewöhnlich starken Regenfällen. Die Wassermassen haben bereits 1.325 Menschen das Leben gekostet. Unter den Todesopfern sind 466 Kinder. Mehr als 33 Millionen Menschen sind von den Fluten betroffen und rund ein Drittel des Landes steht unter Wasser. Ersten Schätzungen der Regierung zufolge richteten die Fluten Schäden in Höhe von zehn Milliarden Dollar (10,08 Mrd. Euro) an. "Pakistan erlebt derzeit eine der schlimmsten Naturkatastrophen seiner jüngeren Geschichte", sagte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Ahmed Al-Mandhari.

Insgesamt haben Naturkatastrophen wie Fluten oder Dürren in Pakistan in den vergangenen Jahren zugenommen. Regierungschef Shehbaz Sharif hat die internationale Gemeinschaft jüngst dazu aufgerufen, Staaten wie Pakistan nicht dem Klimawandel auszuliefern. Obwohl das südasiatische Land weniger als ein Prozent der weltweiten klimaschädlichen CO2-Emissionen ausstoße, befinde sich Pakistan auf Platz acht der Staaten, die den Klimawandelfolgen am stärksten ausgesetzt seien.

Quelle: Agenturen