APA - Austria Presse Agentur

Österreich geht wieder in den Voll-Lockdown

16. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Österreich geht ab Dienstag zum zweiten Mal in einen harten Voll-Lockdown. Die Schulen beenden den Unterricht vor Ort, der Handel muss bis auf Ausnahmen ebenso schließen wie Friseure und andere Dienstleistungen mit Körpernähe. Die Maßnahmen gelten vorerst bis 7. Dezember, ab diesem Zeitpunkt sollen zumindest Schulen und Handel wieder öffnen. Die Bevölkerung darf nur mehr für spezifische Tätigkeiten das Haus verlassen.

Ziel der Maßnahmen ist, die Spitäler vor Triage zu bewahren - also davor, dass Ärzte entscheiden müssen, wer noch die bestmögliche Behandlung erhalten kann. Dafür werden auch die Ausgangsbeschränkungen, die derzeit nur in der Nacht wirksam sind, ab Dienstag um 0.00 Uhr rund um die Uhr gelten. Ausnahmen sind etwa der Weg zur Arbeit, Spaziergänge oder Sport ohne Körperkontakt.

Am Montag war die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden mit 4.657 vergleichsweise niedrig. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte jedoch bei einer Pressekonferenz, dass es sich um Montagszahlen handelt - die "wie seit Wochen immer deutlich geringer" sind.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betonte am Montag nach einer Videokonferenz mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Igor Matovic, dass die angedachten Corona-Massentests freiwillig sein werden. Es sei ein Angebot an jene, die sich keine teuren PCR-Tests im Labor leisten könnten. "Freiwilligkeit ist geplant", sagte Kurz auf die Frage, ob die Teilnahme an den Tests wie in der Slowakei an Auflagen geknüpft werde. Er glaube, dass viele Menschen das Angebot in Anspruch nehmen werden, auch um sicherzugehen, dass sie etwa zu Weihnachten keine Familienangehörigen anstecken.

International gab es einen vagen Hoffnungsschimmer für eine Impfung gegen Corona. Der Impfstoff des US-Biotechkonzerns Moderna zeigte in einer Zwischenanalyse eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent beim Schutz vor Covid-19. Moderna erwarte, in den kommenden Wochen in den USA eine Notfallgenehmigung beantragen zu können, teilte der Konzern am Montag mit. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA begann ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat.

Quelle: Agenturen