APA - Austria Presse Agentur

Nahost-Konflikt spitzt sich weiter zu

11. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern spitzt sich weiter zu. Bei jüngsten Angriffen sind zwei Israelinnen und 22 Palästinenser gestorben. Nach mehreren Raketenangriffen der Palästinenser, bombardierte Israel den Gazastreifen. Nun kündigt Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verschärfte Angriffe an.

Im wieder eskalierenden Nahost-Konflikt will Israel seine Angriffe auf den palästinensischen Gazastreifen verstärken. Dies kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Dienstag an. Militante Palästinenser hatten zuvor erneut zahlreiche Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Dabei wurden zwei Frauen im Süden Israels getötet.

Netanyahu: "Wir sind mitten im Kampf"

Die militante Palästinenserorganisation Hamas, die den Küstenstreifen am Mittelmeer beherrscht, werde "Schläge bekommen, die sie bisher nicht erwartet", sagte Netanyahu nach Angaben seines Büros nach einer Lagebesprechung mit Militärs. "Wir sind mitten im Kampf."

Israel habe seit Montag Hunderte von Zielen der Hamas und des Islamischen Jihads im Gazastreifen angegriffen und dabei auch Kommandanten getötet, sagte Netanyahu weiter. Die Aktion bekam inzwischen auch einen eigenen Namen: "Wächter der Mauern". Zuvor hatten militante Palästinenser ihre Angriffe ausgeweitet und hunderte Raketen abgefeuert. Auf beiden Seiten gab es Tote.

Wie der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte, starben zwei israelische Frauen am Dienstag in der Küstenstadt Ashkelon. Ein Sprecher machte den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen für die Todesfälle verantwortlich. Seit Montag wurden von militanten Palästinensern mehr als 300 Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Israel abgefeuert. Mehr als 90 Prozent davon wurden nach Angaben der israelischen Armee vom Abwehrsystem Iron Dome abgefangen. Mindestens 30 Israelis wurden aber verletzt.

Nach Krawallen in Jerusalem: Tote bei Raketenangriff

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nimmt immer gefährlichere Ausmaße an. Militante Palästinenser im Gazastreifen weiteten am Dienstag ihre Raketenangriffe auf Israel nach Norden aus.

Hamas drohte mit "Inferno"

Die radikalislamische Hamas hatte zuvor gedroht, in Asckelon ein "Inferno" anzurichten, sollten bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen weitere Zivilisten getötet werden. "Am Ende werden die Palästinenser gewinnen", erklärte Hamas-Führer Ismail Haniyeh.

In Ost-Jerusalem war es am Montag erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern gekommen, bei denen mehr als 500 Menschen verletzt wurden. Nach Ablauf eines Ultimatums der Hamas wurden seit dem Abend weitere Raketen auf Israel abgefeuert.

Als Reaktion auf den Raketenbeschuss griff die israelische Armee am Dienstag nach eigenen Angaben 130 militärische Ziele in dem Küstenstreifen an. Dabei wurden nach israelischen Angaben 15 ranghohe Mitglieder militanter Palästinensergruppen getötet. Die palästinensischen Behörden meldeten dagegen 22 Todesopfer, darunter neun Kinder.

Israels Ministerpräsident Netanjahu sah eine rote Linie darin überschritten, dass auch Raketen in Richtung Jerusalem abgefeuert wurden. Er stimmte die Israelis auf einen längeren Konflikt ein. Verteidigungsminister Benny Gantz genehmigte die Mobilisierung von 5000 Reservisten.

Konflikt hat sich zugespitzt

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. In Jerusalem - und dort insbesondere auf dem Tempelberg - gab es im Laufe des muslimischen Fastenmonats Ramadan mehrfach schwere Zusammenstöße mit zahlreichen Verletzten. Auslöser waren unter anderem Polizei-Absperrungen an der Altstadt sowie drohende Zwangsräumungen von palästinensischen Familien im Viertel Sheikh Jarrah durch israelische Behörden.

Seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen 2007 haben sich Israel und die radikale Palästinenserorganisation drei Kriege geliefert. Israel und Ägypten halten das Gebiet unter Blockade und begründen dies mit Sicherheitserwägungen. Etwa zwei Millionen Menschen leben dort - nach Angaben von Hilfsorganisationen unter miserablen Bedingungen. Im August 2020 verkündete die Hamas nach Vermittlung Katars eine Waffenruhe.

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Quelle: Agenturen / red