Nachbar von Killerhund-Besitzerin: "Täter-Opfer-Umkehr"

0

Seit der tödlichen Hundeattacke des American Staffordshire Terriers "Elmo" trauert man im oberösterreichischen Naarn. Die Meldung, dass "Elmos" Besitzerin nun gegen das verhängte Hundehalteverbot vorgehen möchte, sorgt bei den Nachbarn für "absolutes Unverständnis".

In Naarn (Bezirg Perg) sind die Nachbarn erschüttert: Die Besitzerin des American Staffordshire Terriers "Elmo", der Anfang Oktober eine 60-jährige Joggerin getötet hat, will Beschwerde gegen ein über sie verhängtes Hundehalteverbot einbringen. 

"Elmo" wurde kurz nach der Attacke eingeschläfert, die restlichen Hunde der Zucht wurden ihr und ihrer Partnerin abgenommen. Gegen die 37-Jährige wurde zudem ein lebenslanges und landesweites Hundehalteverbot erlassen. Diese Reaktion des Bürgermeisters Martin Gaisberger (ÖVP) hält der Anwalt der Frau für "überschießend".

Nachbar ortet "Täter-Opfer-Umkehr"

Im Dorf sieht man das anders: Die Entscheidung des Bürgermeisters sei zu "100 Prozent richtig" gewesen, betont Heinrich Danhofer, ein Nachbar der 37-Jährigen. Für ihn herrsche "absolutes Unverständnis" darüber, warum die Frau nun gegen das Verbot vorgehen wolle, erklärt er im PULS 24 Interview. 

Bitte schnell ein Hundegesetz: schärfer als der schärfste Kampfhund.

Heinrich Danhofer, Nachbar

"Mich hat das absolut schockiert. Was will der (Anwalt)? Will der eine Täter-Opfer-Umkehr?", hinterfragt Danhofer die Aktion. Er fordert ein "Hundegesetz, schärfer als der schärfste Kampfhund".

Angehörige leiden "ein Leben lang"

Egal, wie hoch das Strafausmaß sein werde, für die Besitzerin gebe es nicht die "Höchststrafe", die würden bereits der Witwer und der Sohn des 60-jährigen Opfers büßen. "Die haben die Mutter und die Frau nicht mehr und das ein Leben lang", so Danhofer.

Hunde gingen auf Kutsche los

Auch für einen anderen Nachbarn, Herbert Kriechbaumer, ist klar, dass die 37-Jährige sowie ihre Partnerin keine Hunde mehr halten sollten, "wenn man gesehen hat, wie die mit den Hunden umgegangen sind". Die beiden Frauen seien mittlerweile weggezogen, doch zuvor hatten die Hunde bereits für Unbehagen in der Nachbarschaft gesorgt.

So schildert Kriechbaumer einen Vorfall, der offenbar leicht eskalieren hätte können: Er sei mit seiner Kutsche an den Hunden vorbeigefahren, als sie auf die Pferde losgingen. Die Besitzerin habe sie damals gerade noch an der Leine zurückhalten können, was sonst gewesen wäre, will Kriechbaumer sich nicht vorstellen.

In Naarn stehe man genau wegen solcher Ereignisse hinter dem Bürgermeister: "Ein jeder ist froh, dass die Hunde weg sind."

ribbon Zusammenfassung
  • Seit der tödlichen Hundeattacke des American Staffordshire Terriers "Elmo" trauert man im oberösterreichischen Naarn.
  • Die Meldung, dass "Elmos" Besitzerin nun gegen das verhängte Hundehalteverbot vorgehen möchte, sorgt bei den Nachbarn für "absolutes Unverständnis".
  • Sie hätten teils selbst beängstigende Erfahrungen mit den Hunden der Frau gemacht.
  • Ein Nachbar fordert auch ein "Hundegesetz schärfer als der schärfste Kampfhund".

Mehr aus Chronik