Nach wie vor keine heiße Spur in Linzer Mordfall
Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Linz seien mit der Bekanntgabe einzelner Ergebnisse sehr zurückhaltend, um die Ermittlungen nicht leichtfertig zu gefährden, so die Ermittler. Die Sichtung und Auswertung von Überwachungsvideos aus dem Umfeld des Tatorts sei sehr zeitaufwendig. Die Kriminalisten rechnen damit, dass diese Arbeit noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird, denn manche Aufnahmen müssten mehrmals gesichtet und nachbearbeitet werden.
Auch die Auswertung von Telekommunikationsdaten, von sichergestellten elektronischen Datenträgern und diverse Rechtshilfeersuchen an ausländische Anbieter von Internetdiensten dauern selbst bei schweren Kapitalverbrechen meist lange, hieß es. Erfahrungsgemäß müsse man mehrere Wochen bis Monate darauf warten.
Der Tatort, eine Dachgeschoßwohnung in der Innenstadt, sei derzeit immer noch nicht freigegeben, weil gewisse Untersuchungen, "welche teilweise abhängig vom Fortschritt der Ermittlungen zu betrachten sind", noch nicht abgeschlossen seien, so die Polizei. Die Freigabe werde aber in den kommenden Tagen erwartet.
Leiche gefesselt und übel zugerichtet
Der 49-jährige Immobilienmakler war am Montag, dem 19. Jänner, von seinem Bruder tot in seiner Wohnung gefunden worden. Die Tat dürfte sich bereits in der Nacht auf Sonntag, also eineinhalb Tage zuvor, ereignet haben. Die Leiche war an Händen und Füßen gefesselt und wies zahlreiche Verletzungen auf, die auf stumpfe Gewalt hindeuten. Laut Obduktion starb der Mann an einem Schädel-Hirn-Trauma.
Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Das Landeskriminalamt geht aufgrund der Tatortsituation und der Spurenlage von einer "sorgfältig geplanten Tat" aus. Das gut situierte Opfer hatte offenbar Verbindungen ins Drogen- und Rotlichtmilieu. In der Wohnung wurden größere Mengen Drogen gefunden - jedenfalls zu viel, als dass sie als Eigenbedarf durchgehen könnten. An der Wohnungstür wurden keine Einbruchsspuren festgestellt. Im Fokus steht auch eine Pizzalieferung an das Opfer am Tatabend.
"Ermittlungen mit großer Akribie"
"Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Linz führen die Ermittlungen mit großer Akribie und allen notwendigen Ressourcen, die für eine möglichst rasche Aufklärung der Tat erforderlich sind", hieß es in einer Presseaussendung. Man ersuchte um Verständnis, dass man sich mit Informationen aus ermittlungstaktischen Gründen so bedeckt hält.
Zusammenfassung
- Nach dem Mord an einem 49-jährigen Linzer Immobilienmakler Mitte Jänner gibt es weiterhin keine heiße Spur, die Ermittlungen gestalten sich laut Polizei als sehr aufwendig.
- Die Auswertung von Überwachungsvideos und Telekommunikationsdaten dauert voraussichtlich noch mehrere Wochen bis Monate, da umfangreiche Datenmengen gesichtet und bearbeitet werden müssen.
- Das Opfer wurde am 19. Jänner gefesselt und mit schweren Verletzungen tot in seiner Dachgeschoßwohnung gefunden, wobei laut Obduktion ein Schädel-Hirn-Trauma die Todesursache war.
