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Nach Lkw-Brand: Gesperrter A10-Tunnel ab Samstag wieder frei

Heute, 12:38 · Lesedauer 3 min

Nach dem verheerenden Lkw-Brand im Brentenbergtunnel auf der Salzburger Tauernautobahn (A10) am vergangenen Freitag wird die gesperrte Tunnelröhre ab Samstag wieder zweispurig befahrbar sein. Das teilte Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit. Dennoch seien die Schäden durch das Feuer enorm. Es dürfte Monate dauern, bis der Tunnel wieder voll hergestellt ist. Das soll allerspätestens im Juni vor Beginn des Sommerreiseverkehrs der Fall sein.

"Wir haben heute früh die letzten Laborergebnisse erhalten, wie sich der Beton durch den Brand verändert hat", sagte Hufnagl. Dabei habe sich herausgestellt, dass die schwer beschädigte Galerie mit einem Gerüst abgestützt werden kann. Das Gewölbe sei hierfür ausreichend stabil. Das Provisorium verhindere, dass Teile auf die Fahrbahn stürzen, zugleich werde die Tunneldecke mit Sensoren überwacht, um etwaige Bewegungen und Veränderungen festzustellen. "Die Maßnahme geht mit einer Geschwindigkeitsreduktion einher, vermutlich wird ein Tempolimit von 60 oder 80 km/h gelten."

Neben der Galerie wurde auch das Tunnelgewölbe schwer in Mitleidenschaft gezogen. Und durch den Brand wurden auf den ersten 120 Metern des Tunnels sämtliche Sicherheitseinrichtungen zerstört. Dafür dürfte die Fahrbahn den Lkw-Brand ohne größere Schäden überstanden haben. Seit dem Unfall ist der Brentenbergtunnel in Fahrtrichtung Salzburg komplett gesperrt. Der Verkehr muss derzeit über die Bundesstraße ausweichen, was in den vergangenen Tagen zu teilweise massiven Staus geführt hat.

Mittlerweile wurden die ersten Schäden beseitigt, Gutachter und Sachverständige haben zuletzt den gesamten Bauwerkszustand unter die Lupe genommen. Dazu wurden auch Bohrungen durchgeführt, um die statische Beschaffenheit des Tunnelgewölbes zu beurteilen. Zuletzt war bereits mit der Reinigung des durch Feuer und Rauch massiv verschmutzten Tunnels und der Entleerung der Gewässerschutzanlage begonnen worden.

Doch keine einspurige Verkehrsführung während Sanierung

Die Herstellung des Grundzustands des Tunnels mit allen Sicherheitseinrichtungen werde jedoch Monate in Anspruch nehmen, erklärte Hufnagl. Die dafür notwendigen Arbeiten sollen vor allem in den Nachtzeiten und abseits der Hauptreisezeiten stattfinden. Dabei werde es aber immer wieder zu kürzeren Sperren oder zu zeitweiser einspuriger Verkehrsführung im Tunnel kommen. Auf die noch vor wenigen Tagen geplante einspurige Verkehrsführung während der Sanierungsphase muss nun nicht zurückgegriffen werden.

Unterdessen ist die Schadenshöhe nach wie vor nicht abschätzbar. "Das wird sicher noch mehrere Wochen dauern. Der Schaden dürfte aber in die Millionen gehen", betonte Hufnagl. Erst dann werde man sich mit der eigenen Versicherung und der des Lkw-Lenkers bzw. der Spedition in Verbindung setzen.

Der Lkw-Lenker war am Freitagabend mit seinem Sattelkraftfahrzeug mit hoher Geschwindigkeit gegen das rechte Portal des Brentenbergtunnels geprallt. Das Schwerfahrzeug kam unmittelbar nach dem Portal im Tunnel zum Stillstand und fing sofort Feuer. Es stand innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand. Der Lenker wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Salzburger Unfallgutachter Gerhard Kronreif hatte nach einer Analyse des Materials aus Überwachungskameras den Unfall zuletzt auf Sekundenschlaf oder große Unachtsamkeit des Lenkers zurückgeführt. Der Fahrer sei rund vier Sekunden lang völlig reaktionslos auf das rechte Tunnelportal zugefahren, ohne zu bremsen oder auszuweichen.

Zusammenfassung
  • Nach dem Lkw-Brand im Brentenbergtunnel auf der A10 wird die gesperrte Tunnelröhre ab Samstag wieder zweispurig befahrbar sein, während die vollständige Wiederherstellung des Tunnels spätestens im Juni erfolgen soll.
  • Auf den ersten 120 Metern wurden sämtliche Sicherheitseinrichtungen zerstört, während die Fahrbahn weitgehend unbeschädigt blieb und während der provisorischen Öffnung ein Tempolimit von 60 oder 80 km/h gilt.
  • Die Schadenshöhe ist noch nicht abschätzbar, dürfte aber in die Millionen gehen, und der Unfall wurde laut Unfallgutachter durch Sekundenschlaf oder große Unachtsamkeit des Lkw-Lenkers verursacht.