APA - Austria Presse Agentur

Mysteriöse Katzenkrankheit in Großbritannien

05. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

In Großbritannien sterben Katzen an einer mysteriösen Blutkrankheit. Der Auslöser könnten Lebensmittelpilze in weit verbreiteten Katzenfuttermarken sein.

In den letzten Wochen wurde bei mindestens 528 Katzen in Großbritannien die Blutkrankheit Panzytopenie festgestellt. In 63,5 Prozent der Fällen war die Krankheit laut dem Royal Veterinary College (RVC) tödlich. Die Dunkelziffer bei den Todesfällen könnte noch viel höher liegen, da viele Fälle den Tierärzten nicht gemeldet werden und auch nur ein Teil der Daten an das RVC weitergeben werden.

Die ermittelnden Behörden vermuten, dass die Panzytopenie, eine Krankheit bei der die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen schnell abnimmt und dadurch schwere Krankheiten verursachen kann, mit weit verbreiteten Katzenfuttermarken in Verbindung gebracht werden kann.

Katzenfutter zurückgerufen

Bereits Mitte Juni wurden bestimmte Chargen von Sainsburys hypoallergenem Katzenfutter Applaws und AVA (eine Marke von Pets at Home) von ihrem Hersteller Fold Hill Foods zurückgerufen. RVC und die Food Standards Agency (FSA) leiteten daraufhin eine Untersuchung ein.

In Großbritannien geht derzeit die Angst um, dass der Produktrückruf nicht alle Katzenhalter erreicht. Viele würden Katzenfutter auf Vorrat kaufen. Deshalb bestehe die Gefahr, dass sich die gefährlichen Marken trotz des Verkaufsstopps noch im Umlauf befinden. Ein Sprecher von Fold Hill sagte gegenüber dem "Guardian", dass es "in diesem Stadium keine endgültigen Beweise für einen Zusammenhang zwischen den Katzenfutterprodukten und der Panzytopenie bei Katzen" gebe.

Lebensmittelpilze als möglicher Auslöser

Auf der RVC-Webseite wurde in einer Stellungnahme auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die Krankheit durch Mykotoxine verursacht werden könnte, bei denen es sich um toxische Verbindungen handelt, die natürlicherweise von verschiedenen Pilzen produziert werden. Mykotoxine können auf Pflanzen vor oder nach der Ernte wachsen und auf Lebensmitteln wie Getreide, Nüssen, Gewürzen, Trockenfrüchten, Apfelsaft und Kaffee, oft unter warmen und feuchten Bedingungen, vorkommen.

Alexander Plank-BachseltenQuelle: Redaktion / apb