Muslimische Jugend: Vereine und Personen auf "Islamlandkarte" bräuchten Polizeischutz

31. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Die Sprecherin er Muslimischen Jugend, Hager Abouwarda, spricht im Interview mit PULS 24 über die sogenannte "Islamlandkarte". Man sorge sich um die Sicherheit der in der Karte verzeichneten Vereine und Personen.

Die vergangene Woche von Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) präsentierte "Islamlandkarte" sorgte für viel Kritik. Es ist eine Art Landkarte, auf der über 600 muslimische Vereine, Organisationen und Moscheen mit Adressen eingezeichnet sind. Diese werden in Kurzberichten bewertet und eingeordnet.

Die Muslimische Jugend kündigte eine Klage dagegen an. Sie kritisiert die Verletzung von Persönlichkeits- und Datenschutzrechten von Einrichtungen und Privatpersonen. Raab hält die "Islamlandkarte"  hingegen auch für eine Art Service für die Muslime im Land. So sähen diese, wo es extreme Einrichtungen gebe. Die Kritik verstand die Integrationsministerin nicht. Es gehe darum, Transparenz zu schaffen. Man wolle aufklären, wo welche Inhalte verbreitet würden und um eine Trennung zwischen dem Islam als Religion und dem politischen Islam.

"Es war ein Tiefpunkt"

Für die Sprecherin der Muslimischen Jugend, Hager Abouwarda, war die Präsentation der Karte "ein Tiefpunkt". Man sorge sich nun um die Sicherheit der Vereine und Organisationen. Auch Adressen von Privatpersonen seien veröffentlicht worden. Seither habe es schon ungebetene Besuche bei diesen Adressen gegeben. Eine Moschee in Graz und eine in Salzburg seien attackiert worden, sagt Abouwarda.

Dass die Adressen alle auch vorher schon öffentlich waren, stimme laut Abouwarda nicht. Alle Personen und Vereine und Personen auf der Karte brächten nun Polizeischutz, sagt Abouwarda.

"Die Karte soll runtergenommen werden" 

Die Muslimische Jugend fordert nun, dass die Karte offline genommen wird. "Jetzt sofort", sagt Abouwarda. Bei der Erstellung der Karte seien viele muslimische Vereine nicht eingebunden worden. "Die Politik soll verantwortungsbewusst handeln, nicht auf dem Rücken von Muslimen", sagt Abouwarda. 

Quelle: Redaktion / koa