Murenabgänge in Salzburg und Tirol nach Unwettern

29. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Starker Regen und Gewitter haben Donnerstagabend in Tirol und Salzburg zu Straßensperren und Murenabgängen geführt. Die Pass-Thurn-Straße (B161) zwischen Salzburg und Tirol sowie die Gerlosstraße (B165) mussten vorübergehend gesperrt werden. Zudem kam es in Wattens (Bezirk Innsbruck-Land) zu einem Felssturz - mehrere große Felsbrocken fielen laut Polizei auf die Landesstraße im Wattental. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Es wurde niemand verletzt.

Auch in der Kelchsau (Bezirk Kitzbühel) ereignete sich laut Medienberichten ein Murenabgang, wobei die Verbindung zu einer Alm abgeschnitten worden war. In Serfaus (Bezirk Landeck) sorgte ein Blitzschlag für einen kleinen Waldbrand, aufgrund des "unwegsamen Geländes" und der Dunkelheit hatten es die 56 Feuerwehrleute laut Polizei mit einem schwierigen Einsatz zu tun.

Die B161 war bei Jochberg (Bezirk Kitzbühel) gesperrt worden, weil es eine Vermurung und Überflutung gab. Auch auf Salzburger Seite war die Straße wegen Murenabgängen und Überflutung nicht passierbar. Grund für die vorübergehende Sperre der B165 war eine Überschwemmung in der Ortsdurchfahrt Neukirchen am Großvenediger (Pinzgau) gewesen.

Erst am Freitag und Montag gingen teils heftige und folgenschwere Unwetter im Bundesland nieder. Ein Pfarrer wurde am Freitag im Stubaital von den Fluten mitgerissen und konnte bisher nicht gefunden werden. Lediglich sein Auto und persönliche Gegenstände wurden entdeckt. Am Sonntag soll die Suche nach dem Geistlichen durch die Wasserrettung fortgesetzt werden.

Im Oberpinzgau in Salzburg sorgten heftige Gewitter mit Starkregen am Donnerstagabend für Murenabgänge und Überflutungen. Mehrere Häuser wurden beschädigt. "Personen kamen nicht zu Schaden", sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Klaus Portenkirchner zur APA. Am Freitag in der Früh waren seinen Schilderungen zufolge noch acht Objekte in Hollersbach von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einsatzkräfte hatten aber telefonischen Kontakt zu den Bewohnern.

Von dem Unwetter stark betroffen waren neben Hollersbach auch die Gemeinden Mittersill, Bramberg, Neukirchen am Großvenediger, Wald und Krimml. Wegen der hohen Niederschlagsmengen traten innerhalb kürzester Zeit mehrere kleine Bäche über die Ufer. "Einige Wohnhäuser und Straßenabschnitte wurden durch Schlamm, Gestein und Gehölz vermurt", hieß es im Polizeibericht. Auch Keller wurden überflutet.

Die größten Schäden sind im Ortsteil Grubing in Hollersbach entstanden, dort ist eine große Mure abgegangen. "Gestern Abend waren noch 15 landwirtschaftliche Gebäude nicht erreichbar", erklärte der Bezirksfeuerwehrkommandant. Mit Baggern sei bereits begonnen worden, das Geröll von den Straßen zu entfernen.

Die Feuerwehr löste am Freitag in der Früh Bezirksalarm aus. "Vier Katastrophenzüge vom Pinzgau sind im Einsatz", sagte Portenkirchner. Rund 500 Feuerwehrleute aus dem ganzen Bezirk werden sich an den Aufräumarbeiten beteiligen.

Da ab Freitagnachmittag lokale Gewitter und weitere starke Niederschläge im Pinzgau nicht ausgeschlossen werden konnten, werden vier Häuser im Hollersbacher Ortsteil Grubing vorsorglich evakuiert, informierte das Land Salzburg in einer Aussendung.

"Zehn bis 15 Personen sind von der Evakuierung betroffen", erklärte der Pinzgauer Katastrophenschutzreferent Manfred Höger. Die Evakuierten werden vorübergehend bei Nachbarn oder Verwandten untergebracht. Die Bewohner anderer Häuser wurden ersucht, in den oberen Stockwerken zu bleiben. Zudem mussten 14 Personen, die sich auf Almhütten im Trattenbachtal in Neukirchen aufhielten, mit einem Hubschrauber ausgeflogen werden, weil durch das Unwetter die Wege zu den Hütten zerstört wurden.

Laut dem Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung im Pinzgau, Gebhard Neumayr, haben die Wildbachsperren in der betroffenen Region "bis dato noch weitaus größere Schäden durch das Gewitter, das auf der Sonnseite zwischen Wald und Mittersill niedergegangen ist, verhindert".

Quelle: Agenturen