APA/APA/AFP/STR

Mindestens 116 Tote nach Erdbeben in China

Mindestens 116 Menschen sind Medienberichten zufolge bei einem Erbeben in der chinesischen Grenzregion Gansu-Qinghai getötet worden. Es soll zudem rund 400 Verletzte geben.

Bei einem Erdbeben in der chinesischen Grenzregion Gansu-Qinghai sind chinesischen Medienberichten zufolge mindestens 116 Menschen ums Leben gekommen. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,2, das sich gegen Mitternacht (Ortszeit) ereignete, lag im Kreis Jishishan. Die Rettungsarbeiten dauerten an. Rund 400 Menschen seien verletzt worden, berichteten die Behörden.

Laut Behörden wurden mehr als 4.700 Gebäude zerstört. Rettungs- und Hilfsmaßnahmen seien im Gange. Die Regierung rief den Notstand aus. Die Zahl der Vermissten ist noch unklar. Augenzeugen berichteten die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, das Beben habe Schäden an Häusern, Straßen und anderer Infrastruktur verursacht.

In mehreren Dörfern fiel der Strom aus und die Wasserversorgung wurde unterbrochen. Die Eisenbahnbehörde setzte die Durchfahrt von Zügen durch das Erdbebengebiet aus.

Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt

Rund 2.200 Rettungskräfte seien in das Katastrophengebiet entsandt worden, berichtete Xinhua. Auch das Militär und die Polizei seien an den Rettungsarbeiten beteiligt. Die Stromversorgung im Erdbebengebiet sei schrittweise wiederhergestellt, nachdem das staatliche Stromnetz 18 Notfallreparaturteams entsandt hatte, berichtete das staatliche Fernsehen CCTV.

Nach Angaben des China Earthquake Networks Center (CENC) bebte die Erde am Montag um 23.59 Uhr (Ortszeit) in einer Tiefe von zehn Kilometern. Im Kreis Jishishan in der Provinz Gansu kamen demnach mindestens 105 Menschen ums Leben. Die benachbarte Provinz Qinghai meldete zunächst 11 Tote. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping rief dazu auf, alles zu tun, um Menschen zu retten.

"Wir stehen immer noch unter Schock", sagte ein Mann aus Jishishan etwa zwei Stunden nach dem Beben dem lokalen Nachrichtenportal Jimu. Er und seine Familie seien aus ihrer Wohnung im 16. Stock die Treppe hinuntergerannt. Dann hätten sie sich mit dem Auto in Sicherheit gebracht. Auch in weiter entfernten Städten wie Lanzhou, der Provinzhauptstadt von Gansu, war das Beben laut Augenzeugen zu spüren.

Kältewelle im Land

Das betroffene Gebiet liegt in einer abgelegenen Bergregion am östlichen Rand des tektonisch aktiven Qinghai-Tibet-Plateaus. Die Temperatur in Linxia, in der Nähe des Ortes, an dem sich das Erdbeben ereignete, lag am Dienstag in der Früh (Ortszeit) bei etwa minus 14 Grad Celsius. Der Großteil Chinas kämpft mit eisigen Temperaturen, da seit vergangener Woche eine Kältewelle das Land heimsucht.

Das letzte schwere Erdbeben in China mit vielen Toten hatte sich im vergangenen Jahr ereignet, als im Südwesten des Landes mehr als 60 Menschen ums Leben kamen. Im Jahr 2008 wurde die Provinz Sichuan von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,9 erschüttert, bei dem mehr als 80.000 Menschen ums Leben kamen.

ribbon Zusammenfassung
  • Bei einem Erdbeben in der chinesischen Grenzregion Gansu-Qinghai sind laut Medienberichten 116 Menschen ums leben gekommen.
  • Rund 400 weitere Menschen seien verletzt worden, berichteten die Behörden.
  • Das betroffene Gebiet liegt in einer abgelegenen Bergregion am östlichen Rand des tektonisch aktiven Qinghai-Tibet-Plateaus.
  • Der Großteil Chinas kämpft zudem mit eisigen Temperaturen, da seit vergangener Woche eine Kältewelle das Land heimsucht.