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Meistgesuchter Mafia-Boss in Palermo verhaftet

16. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Die italienischen Carabinieri haben den meistgesuchten Mafia-Boss Italien verhaftet. Matteo Messina Denaro war 30 Jahre lang untergetaucht und galt als "unsichtbarer" Boss der sizilianischen "Cosa Nostra".

Carabinieri-Beamte haben Matteo Messina Denaro nach 30 Jahre Flucht in einer Privatklinik in Palermo verhaftet. Messian Denaro war vor drei Jahrzehnten, nach einer großangelegten Mafia-Razzia im Jahr 1993, in den Untergrund gegangen. Nach der Verhaftung von Salvatore "Totò" Riina, dem Boss des Mafia-Clans der Corleonesi, stieg Messina Denaro zum mächtigsten Boss der sizilianischen Mafia, der "Cosa Nostra", auf.

Messina Denaro hatte sich in der Privatklinik in Palermo "Therapien unterzogen", als er gegen 9.30 Uhr am Montagmorgen dort festgenommen wurde. Er wurde unter dem Applaus von Passanten in Handschellen aus der Klinik gebracht, berichten italienische Medien. Ihm werden unter anderem mindestens 50 Morde zur Last gelegt. Den ersten soll der heute 60-Jährige im Alter von 18 Jahren begangen haben.

Letztes Phantombild aus den 1990ern

Er gilt auch als Nachfolger des 2017 im Alter von 87 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis gestorbenen Mafia-Paten Totò Riina. Jahrelang gab es von Messina Denaro lediglich ein Phantombild aus den frühen 1990er-Jahren. Das Bild wurde dann mit einem neuen Computer-Programm aktualisiert, das den Alterungsprozess bis ins kleinste Detail berücksichtigte. Im jüngsten Bild erscheint der (nach einer itlaienische Comicfigur) "Diabolik" genannte Mafia-Boss sichtlich gealtert und mit schütterem Haar.

In den vergangenen Jahren war Messina Denaro bei Razzien auf Sizilien der Festnahme knapp entgangen. Der Boss hatte die Cosa Nostra nach der Festnahme des Paten Bernardo Provenzano im Jahr 2006 übernommen. Laut Polizei hatte er zuletzt öfters Auslandsreisen unternommen. Seine Geschäftstätigkeit habe der Mafia-Boss auf Venezuela ausgedehnt.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos