APA - Austria Presse Agentur

Mehr als 75.000 Corona-Neuinfektionen in den USA

17. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Mit rund 77.300 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit wird der bisherige Rekord von 67.800 neuen Fällen binnen 24 Stunden vom 10. Juli überschritten, wie aus den jüngsten Zahlen auf der Webseite der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich demnach bisher mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert. Rund 138.000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Die Zahl der Neuansteckungen in den USA ist seit Mitte Juni im Zuge der Lockerungen der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen - vor allem im Süden und Westen des Landes. Zahlreiche US-Staaten haben daher die phasenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zurückgenommen.

US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hatte vor kurzem davor gewarnt, dass die USA die Schwelle von 100.000 täglichen Neuinfizierten mit dem Coronavirus überschreiten könnten, sollten die Amerikaner keine Masken tragen und keinen Mindestabstand halten. Eine mögliche Maskenpflicht hatte zuletzt in verschiedenen US-Staaten zu politischen Konflikten geführt, während Hollywoodstars die US-Bewohner in einer TV-Kampagne dazu aufrufen, einen Mundnasenschutz zu verwenden.

In Brasilien infizierten sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mehr als zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasilia hervor. Im größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas starben bisher über 76.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner.

Präsident Jair Bolsonaro, der sich nach eigener Aussage selbst infiziert hat, hatte das Coronavirus als "kleine Grippe" verharmlost und wollte keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen. Nachdem Gouverneure und Bürgermeister Einschränkungen erlassen hatten, wurden diese vielerorts inzwischen wieder gelockert. So erlaubte etwa Rio de Janeiros Bürgermeister Marcelo Crivella die Wiederöffnung touristischer Attraktionen und die Wiederaufnahme von Mannschaftssportarten am Strand.

In Indien überschritt die offizielle Zahl der Corona-Infektionen unterdessen die Marke von einer Million. Nach der Registrierung von knapp 35.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden seien landesweit mittlerweile 1.003.382 Infektionen nachgewiesen worden, teilte das indische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 687 auf 25.602.

Indien ist damit nach den USA und Brasilien das dritte Land, in dem die offizielle Zahl der Corona-Infektionen die Millionenmarke übersteigt. Da das Land nicht ausgiebig testet, dürfte die tatsächliche Infektionszahl nach Einschätzung von Experten jedoch weitaus höher liegen.

In der iranischen Hauptstadt Teheran sollen an diesem Wochenende wieder Corona-Beschränkungen eingeführt werden. Unter anderem soll ab Samstag ein Drittel der Beamten von zuhause arbeiten. Außerdem wurden Veranstaltungen und Versammlungen wieder verboten und die beliebten Cafes und Teehäuser wieder geschlossen. Auch im Sportbereich sollen nur noch die Spiele der ersten Liga stattfinden.

Nach den Lockerungen Ende Mai wurden die Corona-Vorschriften und besonders die Maskenpflicht im Iran größtenteils nicht mehr ernst genommen. Dies führte zu einem Anstieg der Fallzahlen in dem Land. Zuletzt gab es binnen 24 Stunden mehr als 180 Corona-Tote und fast 2.400 Neuinfizierte.

Quelle: Agenturen