APA - Austria Presse Agentur

Medien: Deutschland wurde vor Überschwemmungen gewarnt

19. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Laut mehreren Medien wurden die Behörden in Deutschland bereits Tage vor dem Unwetter vom europäischen Hochwasser-Warnsystem Efas gewarnt.

Bereits vier Tage vor dem verherrenden Unwetter in Deutschland, am 10. Juli, wurden die Behörden vom europäischen Hochwasser-Warnsystem Efas gewarnt. Das sagte die Professorin für Hydrologie, Hannah Cloke, der britischen Tageszeitung "The Times".

"Monumentales Systemversagen"

Die nicht stattgefundene Evakuierung bezeichnet Cloke als "monumentales Systemversagen". "Die Tatsache, dass Menschen nicht evakuiert wurden oder die Warnungen nicht erhalten haben, legen nahe, dass etwas schiefgegangen ist", so Cloke in der "Times". Gegenüber dem ZDF sagte Cloke, die Warnmeldungen seien rausgegangen. "Doch irgendwo ist diese Warnkette dann gebrochen, sodass die Meldungen nicht bei den Menschen angekommen sind."

Man habe "schon mehrere Tage vorher" sehen können, "was bevorsteht". Es sei "frustrierend".

Wetterdienst: "Wir haben getan, was zu tun war."

Gegenüber dem ZDF erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), dass das Warn-Management von Seiten seiner Behörde sehr gut gelaufen sei. "Wir haben getan, was zu tun war." Man habe die Gemeinden mit genug Vorlauf vor den Regenmengen gewarnt. Zu bewerten, ob Maßnahmen wie Evakuierungen durchgeführt werden, sei aber nicht die Aufgabe des DWD. Für den Katastrophenschutz sind die Landkreise, kreisfreien Städte und Kommunen zuständig.

Über 150 Todesofper

Bei den massiven Überschwemmungen in Deutschland meldeten die Behörden bisher über 150 Todesopfer. Opfer, die laut Cloke verhindert werden hätten können.

Quelle: Redaktion / moe