Massiver Polizeieingriff bei Corona-"Spaziergang" in Wien

31. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Obwohl die Groß- und andere Demos in Wien abgesagt wurde, haben sich Sonntagnachmittag laut Polizei rund 5.000 Maßnahmen-Gegner beim Wiener Maria Theresien Platz zu einem nicht angemeldeten Corona-"Spaziergang" eingefunden.

Die Stimmung der Menge - in der auch wieder Vertreter des rechtens Randes, Hooligans und sogenannte Querdenker zu sehen waren - heizte sich dort zunehmend auf, die Polizei musste massiv eingreifen. Sie sperrte die Routen, es kam immer wieder zu Festnehmen.

Da weder Masken getragen noch Abstände eingehalten wurden und die Stimmung zunehmend aggressiv wurde - die "Spaziergänger" stürmten den für Autos zunächst nicht gesperrten Ring - hatte die Polizei die Auflösung binnen 15 Minuten verlangt. Daraufhin wollte sich der Zug Richtung Parlament in Bewegung setzen. Aber die zahlreich anwesenden Polizisten - Polizeipräsident Gerhard Pürstl leitete den Einsatz - sperrte, verstärkt mit Hunden, die Route ab, ebenso die Route Richtung Oper, die die Menge dann nehmen wollte. Der Aufforderung, den Ring in Kleingruppen zu verlassen, kamen die "Spaziergänger" vorerst nicht nach, sie zogen weiter am Ring hin und her.

Nicht wirklich - zumindest nicht bei allen Teilnehmern - gefruchtet hat ein Appell von FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl, der am Vortag nach Absage der Großdemo via Facebook zur Besonnenheit aufgerufen und in einer Pressekonferenz die Polizei als "Freund" gelobt hatte. Immer wieder waren aggressive Ansagen der Regierungs- und Maßnahmen-Gegner auch Richtung der einschreitenden Polizei zu hören. Zum "Spaziergang" gekommen waren u.a. auch Identitäre rund um Martin Sellner oder der Neonazis Gottfried Küssel samt Mitstreitern; das oberösterreichische Busunternehmen, das schon vor zwei Wochen mit Demo-Fahrten geworben hatte, hatte auch diesmal wieder Teilnehmer nach Wien gebracht.

Begonnen hatte das sonntägliche Kundgebungsgeschehen klein, friedlich und mit hervorgestrichenem Religionsbezug. Bei einer angemeldeten Versammlung hatten sich im Wiener Volksgarten - unter weitgehender Einhaltung von Abstands- und Maskenregeln - rund 40 Menschen eingefunden. Die Erzdiözese Wien hatte im Vorfeld vor als "christliche Prozession" getarnten Demos gewarnt und solchen "Missbrauch von Religion und Religionsfreiheit" abgelehnt.

Quelle: Agenturen