Polaschek in Mauthausen: Für ein "gutes, demokratisches, freies, Leben"

22. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Bei einem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des BRG Gmunden hat Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) am Freitag die Bedeutung, "die Mauthausen für uns als Staat hat", betont.

Zudem stellte er gemeinsam mit Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, eine neue Sammlung von Unterrichtsmaterialien vor, die Lehrer zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs der Gedenkstätte nutzen können.

Polaschek legte bei seinem Besuch in Mauthausen gemeinsam mit Schülern am Sarkophag beim ehemaligen Appellplatz Blumen nieder. Bei einem anschließenden Gespräch brachten Schülerinnen und Schüler zur Sprache, was ihnen vom Rundgang durch die Gedenkstätte besonders in Erinnerung geblieben war, etwa die unvorstellbare Zahl an Opfern oder dass Menschen aus vielen Volksgruppen in Mauthausen inhaftiert waren. Polaschek bezeichnete die Gedenkstätte Mauthausen nicht nur als Mahnmal, sondern auch als Lernort: "Wir müssen mit Bildung daran arbeiten, dass wir ein gutes, demokratisches, freies, Leben führen können", meinte er.

Stärkung der demokratischen Werten

Eine Stärkung der demokratischen Werte sei besonders jetzt von Bedeutung, in Zeiten, in denen steigender Antisemitismus zu bemerken sei und "wo wir einen Angriff auf das europäische Wertesystem durch den Krieg Russlands in der Ukraine sehen", so Polaschek. Auch Bilder von Anti-Corona-Demos, bei denen Menschen etwa Judensterne getragen hätten, müsse man mit Bildung zurechtrücken.

Barbara Glück, Leiterin KZ Gedenkstätte Mauthausen, spricht im PULS 24 Interview über die Wichtigkeit des Gedenkens - nicht nur für Schüler.

Glück bekräftigte: "Gedenken ist Vermitteln". Für das Vermittlungsteam sei es wichtiger, "dass man nicht nur mit Fragen an diesen Ort kommt, sondern dass man mit umso mehr Fragen wieder nach Hause geht, dass man sich beschäftigt, dass man sich der einen zentralen Frage stellt: Was hat all das mit mir zu tun?" Diesem Zweck sollen auch die neu gestalteten Materialien, die unter www.erinnern.at abrufbar sind, dienen, die einerseits einen Besuch der Gedenkstätte vor- und nachbereiten können, andererseits aber auch jenen, denen ein Besuch nicht möglich ist, ein möglichst anschauliches Bild vermitteln sollen. Mittelpunkt sind u. a. Biografien von in Mauthausen Inhaftierten.

Das Team der Gedenkstätte Mauthausen habe das pandemiebedingte Ausbleiben von Besuchern dazu genutzt, die digitalen Angebote noch einmal zu erweitern, so Glück. Neben der erwähnte Website mit Unterrichtsmaterialien gibt es beispielsweise seit Jänner einen eigenen TikTok-Account. Damit sollen gezielt Jugendliche - auch solche, die die Gedenkstätte nicht besuchen können - angesprochen werden. Sie rief die Jugendlichen dazu auf, sich den Account anzusehen und davon weiterzuerzählen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa