APA - Austria Presse Agentur

Ma 35 lädt Ausländer zu Verleihung der Staatsbürgerschaft ein

24. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Der in der Kritik stehende Wiener Einwanderungsabteilung MA 35 lud versehentlich Hunderte Ausländer zu einem Fest für NEo-Österreicher und gratulierte zum Erhalt der Staatsbürgerschaft. Die meisten hatten diese aber nicht erhalten und zum Teil auch nicht beantragt.

Der Grund dafür soll ein EDV-Fehler gewesen sein. Der versehentliche Versand an einige hundert Personen sei "auf einen fehlerhaften Abzug aus der Datenbank zurückzuführen", wurde eine Stellungnahme der Abteilung vom "Kurier" zitiert. Das EDV-System stehe kurz vor der Ablösung, mit den Betroffenen sei man bereits in Kontakt getreten.

Die MA 35 steht seit längerer Zeit in der Kritik, vor allem lange Verfahrensdauern wurden immer wieder bemängelt. Der zuständige Stadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) hat im Frühjahr eine Reform der Abteilung angekündigt - und vor allem mehr Personal. Neue Mitarbeiter und einer telefonische Servicestelle wurden in Aussicht gestellt.

150.000 Verfahren pro Jahr

Die Abteilung bewältigt demnach rund 150.000 Verfahren pro Jahr, die mit einer Million Kundenkontakten einhergehen. Da während der Pandemie dieser Kontakt oft telefonisch oder via E-Mail erfolgen musste, hätten sich die Abläufe verzögert, wurde betont. Auch das Aufgabenspektrum sei gewachsen, führte man im Rathaus ins Treffen. So müssen auch die Brexit-Verfahren für in Österreich lebende britische Staatsbürger abgewickelt werden. Auch die Anträge auf Staatsbürgerschaft für Angehörige von NS-Opfern werden von der MA 35 abgewickelt.

Die Kritik war zuletzt aber wieder aufgeflammt. Berichte, wonach das Telefon bei externen Anrufen nicht mehr abgehoben werde, sorgten hier etwa für Aufsehen.

Die Wiener FPÖ will nun im Gemeinderat erfragen, was es mit "Einbürgerungsfesten" der MA 35 generell auf sich hat. Man wolle wissen, wie viele solcher "Migrantenpartys" in den vergangenen Jahren stattgefunden und wie viel diese den Steuerzahlern gekostet hätten, kündigte Klubchef Maximilian Krauss in einer Aussendung an. "Offensichtlich handelt es sich hier um eine weitere sinnlose Geldverschwendung", mutmaßte er.

Quelle: Agenturen / apb