APA - Austria Presse Agentur

Lockerungen für Skigebiete vorerst nicht in Sicht

01. Dez 2020 · Lesedauer 3 min

Die Regierung will am Mittwoch nach dem Ministerrat Lockerungen bekannt geben. Die Skigebiete werden davon nicht betroffen sein.

Eine stille Nacht könnte nicht nur der 24. Dezember in vielen Regionen Österreichs werden, wenn Skilifte zu und die Touristen ausbleiben. Die Regierung will am Mittwoch nach dem Ministerrat erste Lockerungsschritte nach dem Lockdown bekannt geben. Sport- und Freizeiteinrichtungen werden vorerst nicht darunterfallen, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz im Interview mit der "Kleinen Zeitung" sagte. Ob die Skilifte vor Weihnachten aufsperren können, ist unklar. Die Tageszeitung "Der Standard" berichtet, dass Gastronomie und Tourismus bis Jänner geschlossen bleiben sollen. Skiurlaub wird es damit nicht geben. Lifte sollen aber öffnen dürfen.

Auch in Europa geht der Streit weiter. "Wir lassen uns sicher nicht von einem anderen Land vorschreiben, wann wir was öffnen", sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) im "Bayerischen Rundfunk" (BR) am Dienstag. Italien, und Deutschland sind weiterhin dafür, die Skigebiete bis 2021 europaweit geschlossen zu halten.

"Hilfeschrei" der Seilbahnbetreiber

Hierzulande schreien indes die Seilbahnbetreiber auf. "Euer Gegner heißt Covid-19 und nicht Wintersport in den Europäischen Alpen. Wintertourismus und Seilbahnen dürfen nicht ungerechtfertigt zum Opfer einer stimmungsmachenden Corona-Politik werden", schreiben sie in einem offenen Brief an die Regierungen der Alpenländer, indem sie eine Öffnung der Skilifte fordern. "Die Menschen, unsere internationalen Freunde und Stammgäste wollen Winterferien machen und wir können dies in einem maximal sicheren Umfeld auch anbieten", sagt Franz Hörl, Sprecher der österreichischen Seilbahnwirtschaft.

Sicherheitskonzepte für ein sicheres Skivergnügen gibt es bereits. Après-Ski fällt aus. Skifahren in großen Gruppen ist nicht erlaubt. Die Lifte fahren in höherer Frequenz. Beim Anstehen und in Golden gilt Abstand halten und Maske tragen.

"Wir haben wichtige Vorkehrungen getroffen", sagt auch Vorarlbergs Fremdenverkehrslandesrat Christian Gantner (ÖVP). Das Ländle hat mit dem "Winterkodex Vorarlberg" ein Konzept erstellt, um sicheren Wintertourismus zu ermöglichen.

Viele Gäste werden ausbleiben

Das beste Sicherheitskonzept nützt nichts, wenn die Gäste ausbleiben. Der Großteil der Wintertouristen in Österreich kommt aus dem Ausland, davon die meisten aus Deutschland. Die deutsche Regierung appellierte an die Bürger, touristische Reisen zu unterlassen. Österreich-Urlaubern droht bei der Rückkehr nach Deutschland bereits jetzt eine zehntägige Quarantäne.

In Italien, das ebenfalls zu den Top-Herkunftsregionen gehört, könnten noch schärfere Maßnahmen kommen. Dort fordern einige Regionen, die Grenzen über Weihnachten zu schließen, um Italiener daran zu hindern, in den Skiurlaub nach Österreich oder die Schweiz zu fahren.

Sepp Schellhorn zur Lage und Möglichkeiten des heimischen Wintertourismus

Am Wintertourismus hängt viel Geld. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) spricht von einem Verlust von zwei Milliarden Euro. Schon der Lockdown im März hat ein Loch in die Einnahmen der Tourismusbetriebe gerissen.

Einige Skibahnbetreiber überlegen deshalb, erst im Jänner aufzusperren. Eine frühere Öffnung würde sich finanziell nicht lohnen. Auch die Hotelbranche ist sich uneinig. Nur knapp die Hälfte der Hoteliers will vor Weihnachten wieder in Betrieb gehen, wie eine Umfrage der Hoteliervereinigung zeigt, die der "APA" vorliegt.

Für eine Öffnung im Freizeit- und Sportbereich müssen die Infektionszahlen aber erst noch weiter sinken, wie Kurz betonte.

Politik-Insider: Skifahren trotz Corona?

Sollen die Skigebiete noch vor Weihnachten geöffnet werden oder der internationalen Forderung nach geschlossenen Pisten nachgegeben werden? Über diese Frage diskutieren bei Gundula Geiginger der Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen, Franz Hörl und Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereins.

Die Politik-Insider, Dienstag um 21.30 Uhr auf PULS 24

Soraya PechtlQuelle: Redaktion / spe