Schilling: "Nicht Menschen im Frühverkehr am Oasch gehen"

25. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Es braucht radikalere Proteste und es werde sie auch geben, so die Klimaaktivistin Lena Schilling im PULS 24 Interview. Sie wollen Aufmerksamkeit um jeden Preis, aber die Proteste erzeugen auch Ressentiments gegen den Anlass: die Bekämpfung der Klimakrise.

Weltweit sorgen Klima-Aktivist:innen mit ihren Protestaktionen für Aufsehen: Zuerst Tomatensuppe auf Van Goghs Sonnenblumen, dann Erdäpfelpüree auf Monet in Deutschland. In Wien gab es zuletzt häufig Straßenblockaden. Dabei wurde am Montag eine Demonstrantin von einem Autofahrer attackiert. 

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Jedes Mittel recht? 

In Zeiten der Aufmerksamkeits-Ökonomie wollen die Protestierenden für einen aggressiveren Kampf gegen den Klimawandel mobilisieren, ob jedes Mittel für dieses Ziel recht ist, da sind sich auch die verschiedenen Bewegungen uneinig.

Klima-Aktivismus müsse in den nächsten Jahrzehnten viel radikaler werden, so die 21-jährige Lena Schilling, wenn die Politiker:innen nicht handeln. Aber es braucht die richtigen Ziele: Die Auseinandersetzungen sollten auf einer politischen Ebene stattfinden und nicht "Menschen im Frühverkehr am Oasch gehen, die keine andere Wahl haben". 

Wenn die Proteste es in die Berichterstattung schaffen, dann wird unweigerlich auch über die Gründe gesprochen, so der Jugendforscher Matthias Rohrer.

Unverständnis bei den "Boomern"

Warum die jungen Menschen zu so drastischen Mitteln greifen, sorgt auch für Unverständnis.

Im Juni sorgte auch die deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer für Aussehen, als sie auf Instagram über vermeintliche Pläne, eine Gas-Pipeline in die Luft zu jagen. Später erklärte sie ihren Kritikern, dass sie sich dabei auf ein Buch eines schwedischen Klimaforschers bezog, dass "How to Blow up a Pipeline" heißt.

Das Unverständnis war für die Aktivistin ein Erfolg, sie schrieb später auf Twitter: 

Auch international sorgen die Aktionen diverser Klimaaktivisten immer wieder für Aufsehen und Diskussionen.

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Franziska SchwarzQuelle: Redaktion / frn