APA - Austria Presse Agentur

Lage an Spitälern in NÖ "sehr angespannt" - Patienten immer jünger

15. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Die Lage an den Intensivstationen in Niederösterreich sei aktuell weierhin "sehr angespannt", sagte der LH-Stellvertreter bei einem Mediengespräch. Und nicht nur in NÖ. Außerdem werden die Patienten - bedingt durch die britische Mutation - immer jünger.

Laut aktuellen Zahlen des Ministeriums waren am Donnerstag österreichweit 577 Patienten auf Intensivstationen. Das ist gegenüber der Vorwoche eine leichte Entspannung, die Situation bleibt aber weiterhin angespannt.

"Wir haben es momentan mit einer sehr, sehr angespannten Lage auf den Intensivstationen zu tun", sagte der niederösterreichische LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) bei einem Mediengespräch gemeinsam mit Intensivmedizinern. Die Zahl der Corona-Infizierten habe sich auf einem hohen Niveau stabilisiert, aber bei den spitalspflichtigen Personen befinde man sich auf einem sehr hohen Plateau. Vor allem der Anteil der Corona-Intensivpatienten sei enorm. "Das ist extrem fordernd für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken", so Pernkopf.

Dabei gehe es nicht so sehr um Intensivbetten ("das sind lediglich Möbelstücke") sondern vor allem um das Pflegepersonal, "das seit mehr als einem Jahr täglich Höchstleistungen erbringt, und das nicht beliebig aufgestockt werden kann".

Auch in anderen Bundesländern weiter angespannt

Nicht nur in Niederösterreich sind die Kapazitäten an den Intensivstationen am Anschlag. Im Burgenland, das die Verlängerung des Lockdowns bis Anfang Mai in Ostösterreich nicht mitträgt, wurde ein neuer Höchstwert an Intensivpatienten verzeichnet. 28 waren um einer mehr als am Mittwoch.

Wien wies am Donnerstag 221 Intensivpatienten mit einer Covid-Erkrankung auf, um zwei weniger als am Mittwoch. Das Niveau bleibt aber weit über dem der zweiten Welle vom vergangenen Herbst, als in Österreich die bisherigen Höchstzahlen verzeichnet wurden. Die Zahl der Intensivpatienten in der Bundeshauptstadt bleib im Herbst aber um rund 50 bis 60 Intensivpatienten niedriger als in diesen Tagen.

Britische Variante: Intensivpatienten jünger, jeder Dritte stirbt

Der Altersschnitt der Covid-Patienten beträgt laut Markus Klamminger, Direktor für Medizin und Pflege bei der Landesgesundheitsagentur (LGA), derzeit 61,5 Jahre. Daran schuld ist vor allem die britische Virus-Variante B.1.1.7., auf die laut Covid-Varianten-Analyse der AGES in ganz Österreich fast 65 Prozent aller Neuinfektionen zurückzuführen sind. Am stärksten betroffen ist das Burgenland. Hier wurde bei bereits 91 Prozent aller sequenzierten PCR-Tests B.1.1.7. nachgewiesen.

Durch die britische Mutante werden die Intensivpatienten nicht nur immer jünger, der Krankheitsverlauf ist oft auch schneller und schwerer. Auch wenn die Mutante insgesamt nicht tödlicher ist als der ursprüngliche Virusstamm, sterbe aktuell etwa jeder dritte Corona-Patient auf den Intensivstationen, erläuterte Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum St. Pölten.

Er wies außerdem darauf hin, dass es nach schweren Verläufen ein halbes bis ein Jahr der Rehabilitation bedürfe, ehe es eine Rückkehr ins normale Leben geben könne. Die lange Rekonvaleszenz und Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung belasten die Spitalskapazitäten zusätzlich.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos