Kurz vor dem Kollaps - 24 Stunden auf einer Intensivstation

19. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

PULS-24-Anchorwoman Sabine Loho hat einen Tag lang die Arbeit von Intensivmedizinerinnen und Medizinern, Pflegerinnen und Pflegern in Wien begleitet und gefilmt. Die Doku zeigt packende Aufnahmen von Pflegern und Ärzten am Limit.

Die Corona-Krise belastet unser Gesundheitssystem und vor allem die Intensivstationen in Österreich enorm. PULS-24-Anchorwoman Sabine Loho hat Mediziner, und Pfleger des Krankenhauses Göttlicher Heiland in Wien einen Tag lang begleitet und gefilmt. Zu sehen ist der Alltag in Intensivstationen, die mit der größten Überlastung seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert sind.

Gegenüber PULS -4-Anchor Thomas Mohr berichtet Loho von einem emotional sehr tiefgehenden Erlebnis. "Wir berichten seit einem Jahr über eine Corona-Pandemie, aber letztlich muss ich zu dem Schluss kommen: Wir können nur erahnen, was sich auf den Intensivstationen tatsächlich abspielt", sagt die TV-Journalistin.

PULS 24 Anchorwoman Sabine Loho berichtet im PULS 24 Interview über die Arbeit an der PULS 24 Dokumentation "Kurz vor dem Kollaps - 24 Stunden auf einer Intensivstation".

Unterschätzt habe sie, wie anstrengend es ist, 12-Stunden-Dienste in eine Schutzmontur zu absolvieren. "Das macht was mit einem", sagt Loho. Hinzu komme der emotionale Stress, dem Ärzte und Pfleger ausgesetzt sind. Seit über einem Jahr würden sich die Intensivstationen in "Alarmbereitschaft" befinden. Sie habe besonders beeindruckt, dass aller Erschöpfung "mit einer Leidenschaft und mit Herz und Seele an diese Aufgabe herangegangen wird als ob wir erst am Beginn der Pandemie stehen."

Einen halben Tag später "und sie hätten mir nicht mehr helfen können"

Im Newsroom Spezial zur Lage auf Österreichs Intensivstationen berichtet der von Corona genesene Norbert Klinka von seinen Erfahrungen im Krankenhaus. Der Mann war im Februar dieses Jahres mit Beschwerden ins Klinikum in Wien-Ottakring gegangen und Anfang März auf die Intensivstationen verlegt worden, wo er über acht Tage in künstlichen Tiefschlaf verbrachte. "Wenn ich einen halben Tag später gekommen wäre, hätten mir die Ärzte nicht mehr helfen können", beschreibt Klinka die Urgenz der Situation in der er sich damals befand.

Edmund Cauza, Leiter Post-Covid Station im Wiener Herz-Jesu Krankenhaus, und der von Covid genesene Norbert Klinka im PULS 24 Interview.

Klinka betont, wie wichtig die Rehabilitation im Wiener Herz-Jesu Krankenhaus für ihn war. Nach der Entlassung aus der Intensivstation habe er nicht mehr alleine gehen können. In der Reha sei "sehr, sehr viel gemacht worden". Laut Edmund Cauza, Leiter Post-Covid-Station in dem Krankenhaus, würde die Reha "nicht immer so schön" verlaufen, wie in Klinas Fall.

Manche Patienten würden Monate auf der Intensivstation liegen bevor sie in seine Post-Covid-Station kommen. Diese müssten fast alle Alltagstätigkeiten neu erlernen, was sehr viel Zeit in Anspruch nehme. Laut Cauza sei zu beobachten, dass die Covid-Patienten "schwerer und länger krank" sind. Außerdem befänden sie sich "im früheren Lebensalter". Seine Station versuche immer mehr Patienten aufzunehmen. Der Bedarf sei ein Jahr nach Beginn der Pandemie größer als je zuvor

"Nah an der Hölle"

Es ist nicht das erste Mal, dass PULS 24 dort hinsieht, wo es weh tut. Bereits im Dezember erhielt Infochefin Corinna Milborn hunderte anonyme Berichte aus Krankenhäusern erhalten, die die dramatische Situation drastisch beschrieben. PULS 24 hat die Berichte auf Authentizität überprüft und veröffentlichte Teile unter Wahrung der Anonymität. Die Schauspiel-Stars Cornelius Obonya, Katharina Stemberger und Serge Falck gaben dem medizinischen Personal eine Stimme.

Quelle: Redaktion / apb