APA - Austria Presse Agentur

Kollaritsch: 1-G-Regel kaum abwendbar, Corona "so ansteckend wie Windpocken"

24. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Impfexperte Herwig Kollaritsch sieht kaum eine Alternative zur 1-G-Regel, also Zugang nur mit Impfung. Denn das Coronavirus sei in seinen neuen Varianten "so infektiös wie die Windpocken".

Die Erstimpfungsrate in Österreich sinkt immer weiter und fällt im EU-Vergleich immer weiter zurück. Laut Herwig Kollaritsch, Infektiologe und Mitglied des Nationalen Impfgremiums, hat das viel damit zu tun, dass Österreich traditionell viele Impfskeptiker habe. Diese würden sich in sozialen Medien gegenseitig bestärken und seien aktuell kaum mehr zugänglich für rationale Argumente.

Zu einer 1-G-Regelung, also Zugang nur für Geimpfte, in der Gastronomie sieht Kollaritsch kaum Alternative, sagte er im Ö1-"Morgenjournal". "Ich seh momentan den Spielraum nicht mehr gegeben", meint der Impfexperte. Die Erstimpfungsraten sinken und gleichzeitig stehe der Herbst vor der Tür, wo der Saisonalitätsbonus wegfalle und gleichzeitig die Schule beginne.

"Die Delta-Variante (...) ist ungefähr so infektiös wie das die Windpocken sind", erklärt Kollaritsch. Die Infektiosität sei dreimal höher als das ursprüngliche Coronavirus.

Dass Testen besser geeignet sei, weil sich auch Geimpfte in manchen Fällen trotzdem anstecken können, lässt der Infektiologe nicht durchgehen. Geimpfte könnten sich zwar anstecken, die Wahrscheinlichkeit sei aber deutlich geringer, sagt er.

Kollaritsch veranschaulicht: Bei zehn Ungeimpften, die negativ getestet sind und in der Gastro beisammensitzen, würde ein Infizierter ausreichen um wahrscheinlich alle anzustecken. Bei zehn Geimpften wären das maximal ein bis zwei der Anwesenden.

Auch nur Genesene ohne die empfohlene Teilimpfung hätten ein höheres Ansteckungsrisiko. Genesene mit einer Teilimpfung würden eine sehr große Zahl an Antikörper aufbauen und es gelte: "Wer sehr hohe Antikörperspiegel, ist praktisch nicht infizierbar".

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos