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Katar-WM: Iranische Fans und Spieler solidarisieren sich mit Protesten

21. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Das Spiel England gegen den Iran bei der Katar-WM stand ganz im Zeichen der iranischen Proteste. Der iranische Fanblock zeigte auf einem großen Flaggenbanner das Protest-Motto: "Frau - Leben Freiheit". Auch das Nationalteam solidarisierte sich.

Während mehrere europäische Teams bei der umstrittenen Katar-WM von ihrem angekündigten Protest mit "One Love"-Binde wieder abgerückt sind, zeigen das iranische Nationalteam und deren angereiste Fans deutlich Kante - und zwar gegen das Regime zu Hause.

Bereits vor dem Anpfiff zeigten die iranischen Fans im Stadion ihre Solidarität mit den Protesten und zeigten den Slogan "Frau - Leben - Freiheit". Unter dieser Parole waren die Frauen im Iran anfangs wegen des Todes der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini in der Haft der verhassten Sittenpolizei auf die Straße gegangen. Es ist ein Slogan der kurdischen Frauenbewegung.

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Während der Live-Übertragung des Spiels war auch wiederholt ein Flaggenbanner mit der Aufschrift "Frau - Leben - Freiheit" zu sehen.

Doch der Protest fand nicht nur in der Fankurve statt, sondern auch auf dem Platz. Vor dem Anpfiff verweigerte das iranische Nationalteam aus Protest öffentlich das Mitsingen der iranischen Nationalhymne.

Der iranische Staatssender unterbrach die Live-Übertragung bei der Hymne. Den Spielern könnten nun Konsequenzen drohen.

Im Iran war spekuliert worden, dass sie möglicherweise gesperrt werden, sollten sie bei der Hymne schweigen. Der iranische Kapitän Ehsan Hajsafi hatte am Sonntag sein Beileid für die trauernden Familien der Opfer im Iran ausgedrückt. Die Mannschaft habe zu akzeptieren, dass die Bedingungen im Land nicht gut und die Menschen nicht glücklich seien. Darüber seien sich die Spieler bewusst.

Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sind bei den Protesten im Iran bisher bereits mehr als 300 Menschen getötet worden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos