Italien fordert Aufklärung im Brand von Crans-Montana
"Wir verlangen von den Schweizer Justizbehörden, dass die Verantwortlichen dieser Katastrophe bestraft werden. Wir fordern Klarheit zu einer enormen Tragödie. Italien wird als Zivilkläger am Prozess gegen die Verantwortlichen teilnehmen", erklärte Tajani, der am Dienstag vor dem Parlament über den Brand in Crans-Montana berichten wird.
In dem Mailänder Krankenhaus "Niguarda" werden zwölf junge Patienten behandelt, die nach dem Brand in Crans-Montana mit schweren Brandwunden eingeliefert wurden. Neun Patienten seien weiterhin in kritischem Zustand, wenn auch mit unterschiedlichem Schweregrad, berichtete der lombardische Gesundheitsbeauftragte Guido Bertolaso. Sie müssten noch lange auf der Intensivstation und anschließend in spezialisierten Brandverletztenzentren behandelt werden.
"Wir sind bei keinem der Patienten pessimistisch, aber der Kampf ist extrem hart", sagte Bertolaso. Besonders kritisch sei der Zustand eines 16-Jährigen. Er war am Sonntag von einem Krankenhaus in Zürich nach Mailand geflogen worden. "Die größte Herausforderung heute sind nicht die großflächigen Verbrennungen - das betrifft alle -, sondern die Lungenprobleme. Alle diese Jugendlichen mussten giftige Substanzen einatmen, die nun leider die Lunge zunehmend belasten und eine ganze Reihe von Problemen verursachen, vor allem infektiöser Art, die extrem schwer zu bewältigen sind", erläuterte Bertolaso.
Zusammenfassung
- Beim Brand im Lokal 'Le Constellation' in Crans-Montana starben in der Silvesternacht 40 Menschen, darunter sechs Italiener.
- Italien fordert von den Schweizer Behörden Aufklärung und will als Zivilkläger am Prozess gegen die Verantwortlichen teilnehmen.
- Zwölf junge Patienten werden mit schweren Brandverletzungen in Mailand behandelt, neun davon befinden sich weiterhin in kritischem Zustand.
