Intensivmediziner Staudinger warnt vor Überlastung: "Wir sind kurz davor"

05. März 2021 · Lesedauer 2 min

Intensivmediziner Thomas Staudinger vom AKH Wien warnte im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Sabine Loho im Newsroom LIVE am Freitag vor der drohenden Überlastung der Intensivstationen.

Die infiziertenzahlen steigen aktuell österreichweit zum Teil rasant an. Auch die Auslastung auf den Intensivstationen wächst deutlich, wie Intensivmediziner Thomas Staudinger vom AKH Wien im Newsroom LIVE am Freitag bestätigt. Vor allem die die Virusmutationen seien vermehrt auf dem Vormarsch. Das schlägt sich auch auf den Intensivstationen deutlich nieder.

Aktuell sind in Wien 36 Prozent aller Intensivbetten aufgrund der Corona-Pandemie ausgelastet. "Das heißt aber nicht, dass 64 Prozent der Betten frei sind", warnt Staudinger. Das bedeute nur, dass 36 Prozent der Intensivbetten für Covid-Patienten reserviert seien und für alle anderen nur 64 Prozent der Betten übrig sind, so der Intensivmediziner. Und er warnt gleichzeitig: "Jetzt geht es gerade noch, dass man die Routineversorgung und die Covid19-Patienten aufrechterhält. Mit mehr Patienten wird es nicht mehr möglich sein."

80 Prozent aller Intensiv-Fälle mit Mutation

Und er sieht Unterschiede, die man den Mutationen zuschreiben könne: "Wenn man sich die Patienten ansieht, die auf die Intensivstation kommen, die eigentlich jünger sind, als wir es bisher gewohnt sind, weniger Vorerkrankungen haben und einen schnelleren Verlauf zu einer schweren Erkrankung haben", liege eine Verbindung zu Mutationen nahe.

80 Prozent der Fälle auf seiner Intensivstation im AKH Wien seien auf Mutationen zurückzuführen - vor allem die britische Variante, aber auch einen Fall der südafrikanischen Variante gebe es. Im Krankheitsbild gebe es bisher keine beobachtbaren Unterschiede zwischen dem Urstamm und den Mutationen, der Verlauf sei nur viel schneller.

Quelle: Redaktion / hos