Infektiologe Wenisch: "Kinder sind kaum betroffen"

25. Mai 2020 · Lesedauer 1 min

Infektiologe Christoph Wenisch sagt: "Kinder spielen bei der Übertragung eine geringe Rolle". Das Tragen von Masken und Abstandsregeln seien deshalb nicht notwendig.

Der Wiener Infektiologe Christoph Wenisch plädiert für eine Öffnung der Pflichtschulen. "Aus medizinischer Sicht ist das sicher möglich", sagt er im Gespräch mit PULS 24-Infochefin Corinna Milborn.

Kinder spielen laut Wenisch bei der Übertragung von SARS-COV-2 eine geringe Rolle. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass die Maskenpflicht oder Distanz-Maßnahmen in Schulen besonders streng durchgesetzt werden. "Kinder sind kaum betroffen und das bedeutet, dass man hier die Freiheitsgrade erhöhen sollte in Richtung Normalität", sagt Wenisch.

Bei älteren Jahrgängen und an Universitäten sei die Situation anders. 15 bis 25-Jährige hätten ein höheres Übertragungspotential als Pflichtschüler.

Die Frage der Schulöffnung löst auch in Deutschland heftige Diskussionen aus. Die deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene und andere Autoren fordern die Öffnung von  Schulen und Kindergärten. Der renommierte Virologe Christian Drosten spricht sich dagegen aus. "Wir können in Kindergruppen nicht nachweisen, dass sie unterschiedliche Viruskonzentration in den Atemwegen haben als Erwachsene", sagt Drosten im NDR-Podcast. Kinder könnten deshalb seiner Meinung nach genauso ansteckend sein wie Erwachsene. 

Quelle: Redaktion / spe