APA - Austria Presse Agentur

Indigener Bub erstes Corona-geimpftes Kind in Brasilien

14. Jan 2022 · Lesedauer 2 min

Ein indigener Bub ist das erste gegen das Coronavirus geimpfte Kind in Brasilien. Der achtjährige Davi vom Volk der Xavante bekam das Vakzin von Biontech/Pfizer in dem Hospital das Clínicas in São Paulo am Freitag in einer feierlichen Veranstaltung unter den Augen des Gouverneurs João Doria gespritzt, wie brasilianische Medien berichteten.

Der allgemeine Auftakt zur Impfkampagne für Kinder zwischen fünf und elf Jahren im mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens soll am Montag erfolgen. In 24 Stunden seien 230.000 Kinder zum Impfen online eingeschrieben worden, hieß es in einer Mitteilung der Regierung des Bundesstaates São Paulo.

In Brasilien, wo im Jänner 2021 ebenfalls in São Paulo die erste Bürgerin geimpft wurde, haben sich nach offiziellen Angaben fast 23 Millionen der 210 Millionen Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. 620.500 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - eine der höchsten Todeszahlen weltweit.

Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne sank die Zahl der neu hinzukommenden Toten stark. Inzwischen sind fast 70 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft. Zuletzt stieg die Zahl der positiven Tests wieder, auch beeinflusst durch die Omikron-Variante und Feiern zu Weihnachten und Silvester.

Die Corona-Impfung von Kindern hatte für erhebliche Diskussionen gesorgt. Nachdem die Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa das Vakzin von Biontech/Pfizer zugelassen hatte, drohte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, ein Corona-Verharmloser und Impfskeptiker, er könne die Namen der dafür Verantwortlichen veröffentlichen. Zudem wollte die Regierung zunächst eine ärztliche Verschreibung zur Pflicht machen. Nun sollen außer Indigenen und Flussbewohnern bevorzugt Kinder mit Vorerkrankungen und Behinderungen geimpft werden.

Quelle: Agenturen